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Hosting & Domains

Hosting wechseln, ohne dass die Seite ausfällt

Der Ablauf eines Hosterwechsels ohne Ausfall: Reihenfolge von Dateien, Datenbank, E-Mail und DNS, was bei der Umstellung zu beachten ist und wann sich der Wechsel lohnt.

Zuletzt geprüft: 26.07.2026 Lesezeit ca. 3 Minuten

Ein Hosterwechsel ist Routine, wenn die Reihenfolge stimmt, und ein Ausfall, wenn nicht. Der Grund ist, dass mehrere Dinge gleichzeitig umziehen: Dateien, Datenbank, E-Mail und die DNS-Einträge, die auf all das zeigen.

Wann ein Wechsel sich lohnt

Begründet:

  • Anhaltend hohe Antwortzeiten, gemessen als Zeit bis zum ersten Byte
  • Wiederholte Ausfälle
  • Veraltete PHP- oder Datenbankversionen ohne Aussicht auf Aktualisierung
  • Kein Vertrag zur Auftragsverarbeitung verfügbar
  • Support bei Störungen nicht erreichbar
  • Kein Backup mit Wiederherstellung im Selbstservice

Nicht begründet:

  • Zwei Euro monatlich Preisunterschied. Der Aufwand für einen sauberen Umzug übersteigt die Ersparnis bei kleinen Paketen deutlich
  • Eine schlechte Ladezeit, die an Bildern und Skripten hängt. Siehe Bilder optimieren

Der Ablauf

Vorbereitung, eine Woche vorher

  1. Neuen Tarif buchen, noch ohne Domain-Umstellung
  2. DNS-Gültigkeitsdauer absenken, etwa auf 300 Sekunden. Damit greift die spätere Umstellung schnell
  3. Vollständige Sicherung der alten Umgebung anlegen: Dateien, Datenbank, E-Mail-Postfächer
  4. Bestandsliste erstellen: welche Domains, welche Unterdomains, welche Postfächer, welche Weiterleitungen, welche Cronjobs, welche DNS-Einträge
  5. Zugänge zum Domain-Verwalter prüfen. Wer die Nameserver nicht ändern kann, kann nicht umziehen

Punkt 4 wird häufig unvollständig gemacht. Vergessene E-Mail-Weiterleitungen und Cronjobs sind die typischen Nachzügler.

Aufbau der neuen Umgebung

  1. Dateien übertragen und Verzeichnisstruktur herstellen
  2. Datenbank importieren und Zugangsdaten in der Konfiguration anpassen
  3. Alle E-Mail-Postfächer anlegen, mit identischen Adressen. Das muss vor der DNS-Umstellung passieren
  4. Vorhandene E-Mails übertragen, üblicherweise per IMAP-Synchronisation zwischen alt und neu
  5. Zertifikat auf dem neuen Server ausstellen, noch vor der Umstellung, sofern der Anbieter das ohne aktive Domain erlaubt
  6. Testen über eine temporäre Adresse oder über einen lokalen Eintrag in der Hosts-Datei: Startseite, Unterseiten, Formulare, Anmeldebereich, Bilder

Schritt 8 ist die wichtigste Reihenfolgeregel des ganzen Vorgangs. Während sich die DNS-Änderung verbreitet, liefern manche Absender schon an den neuen Server. Existiert dort das Postfach nicht, werden die Nachrichten abgewiesen oder verworfen.

Umstellung

  1. DNS-Einträge umstellen, entweder Nameserver wechseln oder die A- und MX-Einträge einzeln anpassen
  2. Beide Server parallel laufen lassen, mindestens 72 Stunden
  3. E-Mail-Synchronisation weiterlaufen lassen, bis keine neuen Nachrichten mehr auf dem alten Server ankommen
  4. Verschlüsselung prüfen und Weiterleitung auf HTTPS erzwingen. Siehe SSL-Zertifikat
  5. Alle vier Adressvarianten prüfen: mit und ohne www, jeweils verschlüsselt und unverschlüsselt

Nachlauf

  1. Formulare mit echtem Versand testen, und im Zielpostfach nachsehen
  2. E-Mail-Einträge prüfen: SPF, DKIM und DMARC müssen für den neuen Server stimmen, sonst landen Nachrichten im Spam
  3. Backup auf dem neuen Server einrichten und eine Wiederherstellung testen
  4. Cronjobs neu anlegen, sie ziehen nicht mit um
  5. Antwortzeit messen und mit dem alten Wert vergleichen
  6. Alten Vertrag erst kündigen, wenn alles zwei Wochen stabil läuft, und die Sicherung behalten

Schritt 18 ist der zweite häufige Nachzügler: Ein korrekt umgezogener Server mit falschem SPF-Eintrag versendet Mails, die im Spam landen, und niemand merkt es sofort. Siehe E-Mail mit eigener Domain.

Was nicht mitzieht

ElementMuss neu eingerichtet werden
Cronjobs und geplante Aufgabenja
E-Mail-Weiterleitungen und Sammeladressenja
Automatische Antwortenja
Zertifikateja, meist automatisch
Serverseitige Weiterleitungsregelnja, sofern in der Serverkonfiguration
DNS-Einträge für Drittdiensteja, etwa Nachweis-Einträge
Backups und deren Zeitplanja
Spamfilter-Einstellungenja

Die letzte Zeile in der Liste der DNS-Einträge ist wichtig: Nachweis-Einträge für Dienste wie Search Console oder Mailversand hängen an der DNS-Zone. Wird die Zone beim Nameserver-Wechsel neu aufgebaut, fehlen sie und Verknüpfungen brechen.

Sonderfall Domain-Transfer

Ein Domain-Transfer ist ein eigener Vorgang und sollte nicht gleichzeitig mit dem Hosting-Umzug erfolgen. Der ruhigere Weg: erst das Hosting umziehen und die Domain nur auf die neuen Server zeigen lassen, dann nach ein bis zwei Wochen die Domain transferieren, wenn gewünscht.

Und die Grundregel bleibt: Die Domain sollte im eigenen Konto liegen, nicht beim Dienstleister. Sonst ist jeder Wechsel von dessen Kooperation abhängig.

Hosting-Anbieter im Vergleich

Hosting entscheidet über Ladezeit, Erreichbarkeit und Datenschutz und ist gleichzeitig die Position, an der am häufigsten falsch gespart wird. Alle fünf betreiben ihre Server in Deutschland.

  1. Platz 1: Raidboxes

    Testsieger

    Passt für: Geschäftskritische WordPress-Seiten

    Managed WordPress aus Münster: Updates, Backups, Staging und Sicherheit laufen mit, ohne dass jemand daran denken muss. Teurer als klassisches Webhosting, aber die Stunden, die es spart, kosten mehr.

    ab ca. 9 €/Monat Zu Raidboxes
  2. Platz 2: HostPress

    Bester Support

    Passt für: Projekte, bei denen ein Ausfall Geld kostet

    Der schnellste und kompetenteste Support im Feld, deutschsprachig und tatsächlich technisch. Der höchste Einstiegspreis im Vergleich – gerechtfertigt bei Seiten, die Umsatz tragen, überzogen für einen Blog.

    ab ca. 22 €/Monat Zu HostPress
  3. Platz 3: ALL-INKL

    Preis-Leistung

    Passt für: Kleine bis mittlere Projekte mit eigenem CMS

    Klassisches Webhosting ohne Managed-Aufschlag, seit Jahren stabil und mit deutschem Serverstandort. Updates, Backups und Sicherheit bleiben dabei in der eigenen Verantwortung.

    ab ca. 4,95 €/Monat Zu ALL-INKL
  4. Platz 4: dogado

    Für Unternehmen

    Passt für: Betriebe mit mehreren Domains und Postfächern

    Breites Paketangebot vom einfachen Webhosting bis zum Server, deutscher Anbieter mit passender Rechnungsstellung. Der Funktionsumfang übersteigt bei kleinen Projekten den Bedarf.

    ab ca. 5,99 €/Monat Zu dogado
  5. Platz 5: webgo

    Solider Einstieg

    Passt für: Erste eigene Seite mit CMS statt Baukasten

    Hamburger Anbieter mit ordentlicher Performance und verständlicher Oberfläche. Gute Wahl, wenn der Schritt vom Baukasten zum selbst verwalteten CMS ansteht, ohne gleich Managed-Preise zu zahlen.

    ab ca. 7,95 €/Monat Zu webgo

Wie diese Liste zustande kommt

Sortiert wird nach dem Anwendungsfall, den der Bereich Hosting & Domains behandelt, nicht nach Vergütung. Einzelne Ziele sind Partnerlinks: wird darüber ein Vertrag geschlossen, fließt eine Provision. Für Sie ändert sich der Preis dadurch nicht, und die Reihenfolge ändert sich dadurch auch nicht – auf mehreren Plätzen stehen Anbieter ohne Partnerprogramm. Preisangaben Stand 28.07.2026, ohne Gewähr. Maßgeblich ist immer der Preis beim Anbieter.

Häufige Fragen

Muss die Seite beim Wechsel offline gehen?

Nein, wenn die Reihenfolge stimmt. Die neue Umgebung wird vollständig aufgebaut und getestet, bevor die DNS-Umstellung erfolgt. In der Übergangszeit laufen beide Server parallel, und Besucher landen je nach DNS-Verbreitung auf einem der beiden.

Was ist die größte Falle?

E-Mail. Während der DNS-Umstellung können Nachrichten an beiden Servern ankommen. Wer die Postfächer erst nach der Umstellung anlegt, verliert die Nachrichten, die schon auf dem neuen Server landen.

Wie lange dauert die DNS-Umstellung?

In der Regel wenige Stunden, bei ungünstig gesetzten Gültigkeitsdauern bis zu 48 Stunden. Die Gültigkeitsdauer sollte man einige Tage vor dem Wechsel absenken, damit die Umstellung schnell wirkt.

Kann man Domain und Hosting getrennt umziehen?

Ja, und es ist der ruhigere Weg. Erst das Hosting wechseln und die Domain nur auf die neuen Server zeigen lassen, später bei Bedarf die Domain transferieren. Zwei Vorgänge gleichzeitig erhöhen das Risiko unnötig.

Passt dazu

Einige Links auf diesem Portal sind Empfehlungslinks. Wird darüber ein Vertrag geschlossen, erhält IDA Webdesign unter Umständen eine Vergütung. Für Sie ändert sich am Preis nichts, und die Bewertung eines Anbieters hängt nicht davon ab. Inhalte zu Recht und Datenschutz sind allgemeine Orientierung und keine Rechtsberatung.