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Webdesign-Grundlagen

Webdesign-Trends: was bleibt und was nach zwei Jahren datiert

Trends haben eine Halbwertszeit von zwei Jahren, Websites eine Lebensdauer von fünf bis zehn. Welche Entwicklungen einen funktionalen Kern haben und welche nur Mode sind.

Zuletzt geprüft: 26.07.2026 Lesezeit ca. 3 Minuten

Gestaltungstrends haben eine Halbwertszeit von etwa zwei Jahren. Eine Website hat eine Lebensdauer von fünf bis zehn. Diese Diskrepanz ist der Grund, warum trendorientiert gebaute Seiten schnell datierbar wirken.

Nützlich ist deshalb eine Unterscheidung: Entwicklungen mit funktionalem Kern bleiben, weil sie ein Problem lösen. Rein stilistische Moden gehen.

Entwicklungen mit funktionalem Kern

Größere Schriften. Der Trend zu 17 bis 19 Pixel Fließtext löst ein echtes Problem: Die früher üblichen 13 bis 14 Pixel waren für einen erheblichen Teil der Leser zu klein. Das bleibt.

Reduzierte Layouts. Weniger Elemente, mehr Raum, klarere Hierarchie. Der Nutzen liegt in schnellerer Erfassung und kürzerer Ladezeit. Bleibt.

Dunkelmodus. Weniger Blendung in dunkler Umgebung, Rücksicht auf die Systemeinstellung des Nutzers. Bleibt, sofern vollständig umgesetzt.

Barrierefreiheit als Standard. Seit dem BFSG für viele Anbieter ohnehin Pflicht, unabhängig davon eine Verbesserung für alle. Siehe Barrierefreiheit.

Systemschriften und schlanke Schriftpakete. Weniger übertragene Daten, keine Datenübermittlung an Dritte, kein Layoutsprung beim Nachladen. Bleibt.

Karten mit klaren Mustern. Wiederverwendbare Bausteine für gleichartige Inhalte, statt jede Seite einzeln zu gestalten. Bleibt, weil es Pflege vereinfacht.

Respekt für Systemeinstellungen. Reduzierte Bewegung, größere Systemschrift, Farbschema. Wird eher wichtiger.

Moden ohne funktionalen Kern

Sehr dünne Schriftschnitte. Wirkten eine Zeit lang modern und sind bei kleinen Größen schwer lesbar sowie kontrastarm.

Aufwendige Scroll-Effekte. Elemente, die bei jedem Scrollschritt einfliegen, kosten Rechenzeit, verzögern die Wahrnehmung des Inhalts und wirken nach kurzer Zeit anstrengend.

Hintergrundvideos. Erheblicher Datenverbrauch für einen dekorativen Zweck, häufig mit schlechter Textlesbarkeit darauf.

Slider auf der Startseite. In der Praxis wird überwiegend die erste Folie wahrgenommen. Ein gutes statisches Bild mit klarer Aussage wirkt besser.

Übermäßig verspielte Cursor und Mauseffekte. Funktionieren auf Touchgeräten gar nicht und ersetzen keine Hierarchie.

Extreme Minimalisierung von Bedienelementen. Schaltflächen ohne Rahmen und ohne Fläche, die nur durch Text erkennbar sind. Auf Touchgeräten ein echtes Bedienproblem.

Ungewöhnliche Scroll-Richtungen. Horizontales Scrollen für Hauptinhalte bricht eine erlernte Erwartung ohne Gegenwert.

Was eine Website tatsächlich altern lässt

Die Merkmale, an denen Besucher eine alte Seite erkennen, sind selten stilistisch:

  1. Schriftgrößen unter 16 Pixel im Fließtext
  2. Layout, das auf dem Telefon nicht funktioniert
  3. Inhalte in einer maximal 960 Pixel breiten Spalte auf großen Bildschirmen
  4. Text in Bildern, besonders bei Preisen und Öffnungszeiten
  5. Schaltflächen ohne erkennbare Klickfläche
  6. Kein HTTPS oder Mischinhalte
  7. Ladezeiten über fünf Sekunden auf dem Telefon
  8. Inhalte, die inhaltlich veraltet sind, etwa Preise von 2019

Punkt 8 ist der wichtigste und der billigste zu beheben. Eine gestalterisch unspektakuläre Seite mit aktuellen Inhalten wirkt aktueller als eine aufwendig gestaltete mit veralteten Angaben.

Eine Website bauen, die in fünf Jahren noch trägt

Auf Lesbarkeit setzen, nicht auf Effekte. Größe, Kontrast, Zeilenlänge und Abstände datieren nicht.

Wenige, klare Bausteine. Zwei Kartenmuster, ein Rastersystem, eine Abstandsreihe. Wer das hat, kann Farben und Schriften später austauschen, ohne neu zu bauen.

Semantisch sauber bauen. Korrekte Überschriftenebenen, echte Schaltflächen, ausgezeichnete Bereiche. Das ist die Grundlage für Barrierefreiheit und für jeden späteren Umbau.

Inhalte pflegbar halten. Inhalte, die in Systemen oder Werkzeugen gefangen sind, veralten mit dem Werkzeug.

Ladezeit als Gestaltungsvorgabe behandeln. Eine Entscheidung für ein Hintergrundvideo ist eine Entscheidung gegen Geschwindigkeit. Beides gleichzeitig gibt es nicht.

Der praktische Prüfstein für jeden Trend: Was passiert, wenn man das Element entfernt? Wird die Seite unklarer, war es funktional. Bleibt sie gleich verständlich und wirkt ruhiger, war es Dekoration.

Häufige Fragen

Sollte man Trends folgen?

Nur denen mit funktionalem Kern. Größere Schriften, reduzierte Layouts, Dunkelmodus und bessere Barrierefreiheit haben einen Nutzen und bleiben. Rein dekorative Trends datieren eine Website und machen sie in drei Jahren erkennbar alt.

Woran erkennt man eine veraltete Website?

Meist an technischen Merkmalen, nicht an Farben: winzige Schriftgrößen, unpassende Darstellung auf dem Telefon, Text in Bildern, Inhalte in einer schmalen Spalte auf großen Bildschirmen, Schaltflächen ohne erkennbare Klickfläche.

Ist ein Dunkelmodus ein Trend?

Er hat einen funktionalen Kern, nämlich weniger Blendung in dunkler Umgebung, und wird bleiben. Wichtig ist, ihn vollständig umzusetzen. Ein halber Dunkelmodus mit einzelnen weißen Bereichen ist schlechter als keiner.

Was ist mit Animationen und Scroll-Effekten?

Bewegung ist sinnvoll, wenn sie einen Zustand erklärt, etwa dass ein Menü aufgeht. Bewegung als Dekoration kostet Ladezeit und Aufmerksamkeit und stört Menschen, die auf reduzierte Bewegung eingestellt sind. Diese Einstellung sollte immer respektiert werden.

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