Hosting ist der Teil einer Website, den niemand sieht und der über fast alles entscheidet: wie schnell die Seite lädt, ob sie erreichbar ist, ob eine Datenschutzprüfung sauber durchgeht und wie viel Arbeit ein Umzug macht. Gleichzeitig ist es der Bereich, in dem am häufigsten nach Speicherplatz verglichen wird, also nach der Kennzahl, die am wenigsten aussagt.
Was ein Hosting-Angebot tatsächlich unterscheidet
Serverleistung bei gleichzeitigen Zugriffen. Bei geteiltem Hosting laufen viele Kundenprojekte auf derselben Maschine. Entscheidend ist, wie viele Prozesse ein Vertrag gleichzeitig ausführen darf. Bei billigen Paketen wird hier begrenzt, was sich als sprunghaft langsame Seite zeigt, sobald mehrere Besucher gleichzeitig kommen.
Software-Aktualität. Aktuelle PHP-Version, aktuelle Datenbankversion, HTTP/2 oder HTTP/3, Brotli-Kompression. Ein Hoster, der noch alte PHP-Versionen als Standard fährt, kostet Ladezeit und Sicherheit.
Automatische Backups mit Wiederherstellung im Selbstservice. Ein Backup, das man nur über ein Support-Ticket zurückspielen kann, hilft am Freitagabend nicht.
Serverstandort und Auftragsverarbeitung. Standort innerhalb der EU vereinfacht die Prüfung, ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung ist Pflicht und sollte selbst abrufbar sein. Siehe Serverstandort und DSGVO.
Erreichbarkeit des Supports. Nicht die versprochene Reaktionszeit, sondern die tatsächliche. Ein Anbieter ohne Telefon ist bei einem Totalausfall ein Risiko.
Speicherplatz und Traffic sind bei nahezu allen aktuellen Angeboten so großzügig bemessen, dass sie für normale Websites keine Rolle spielen. Eine typische Firmenwebsite belegt zwischen 50 und 500 Megabyte.
Die Hosting-Arten und wann sie passen
| Art | Passt für | Aufwand | Kosten pro Monat |
|---|---|---|---|
| Statisches Hosting | statische Builds, Landingpages | minimal | 0 bis 5 Euro |
| Shared Hosting | kleine bis mittlere CMS-Seiten | gering | 3 bis 15 Euro |
| Managed WordPress | WordPress ohne eigene Wartung | gering | 15 bis 60 Euro |
| VPS | mehrere Projekte, eigene Anforderungen | hoch | 5 bis 40 Euro |
| Dedizierte Server | Sonderfälle, hohe Last | sehr hoch | ab 50 Euro |
Für die überwiegende Mehrheit kleiner Websites ist Shared Hosting die richtige Antwort, und für statische Seiten reicht ein kostenloses oder sehr günstiges Angebot mit weltweiter Ausspielung. Ein VPS ist nur sinnvoll, wenn jemand ihn pflegt: Ein nicht aktualisierter Server ist gefährlicher als ein geteiltes Paket. Einzelheiten in Hosting-Arten.
Domains: die einzige Sache, die wirklich Ihnen gehört
Eine Domain kostet je Endung zwischen 5 und 20 Euro im Jahr und ist der einzige Bestandteil eines Webprojekts, der unabhängig von jedem Anbieter besteht. Deshalb gilt eine Regel: Die Domain wird immer beim eigenen Konto registriert, nie über den Dienstleister und nie über den Baukasten.
Wer diese Regel bricht, hat im Konfliktfall keinen Zugriff auf den wichtigsten Vermögenswert der Seite. Ein Transfer ist dann von der Kooperation der Gegenseite abhängig.
Bei der Auswahl:
- Kurz, sprechbar, ohne Bindestrich-Ketten und ohne Zahlwörter
.defür deutsche Zielgruppen, weil vertraut und günstig- Tippfehler-Varianten nur dann sichern, wenn Verwechslung tatsächlich wahrscheinlich ist
- Eine Domain pro Projekt, nicht fünf, die alle auf dasselbe zeigen
Wenn eine Domain schon einmal genutzt wurde, lohnt ein Blick in die Vergangenheit, bevor sie aufgebaut wird: Wer die Domain vorher betrieben hat, wirkt in Form von Altlinks und alten Adressen nach. Details in Domain registrieren.
Was nach dem Vertragsabschluss zu tun ist
- SSL aktivieren und Weiterleitung auf HTTPS erzwingen. Kostenlos über Let’s Encrypt, bei jedem seriösen Anbieter integriert. Siehe SSL-Zertifikat.
- Eine Schreibweise festlegen. Entweder
example.deoderwww.example.deist das Original, die andere Variante leitet dauerhaft dorthin weiter. Zwei erreichbare Varianten bedeuten doppelte Inhalte. - E-Mail sauber einrichten. Eigene Domain in der Absenderadresse, dazu SPF, DKIM und DMARC, sonst landen Nachrichten im Spam. Siehe E-Mail mit eigener Domain.
- Backups prüfen. Nicht ob sie laufen, sondern ob eine Wiederherstellung funktioniert. Einmal testen.
- Auftragsverarbeitungsvertrag abschließen und ablegen, zusammen mit dem Serverstandort, weil beides in die Datenschutzerklärung gehört.
- Antwortzeit messen. Ein erster Referenzwert direkt nach dem Aufsetzen macht spätere Verschlechterungen sichtbar. Siehe Ladezeit messen.
Wann ein Wechsel sich wirklich lohnt
Ein Hoster-Wechsel ist keine Kleinigkeit: Dateien, Datenbank, E-Mail-Postfächer und DNS müssen mitgenommen werden, und in der Übergangszeit sind zwei Server gleichzeitig aktiv. Sinnvoll ist der Wechsel bei anhaltend hohen Antwortzeiten, bei wiederholten Ausfällen, bei veralteten Software-Versionen ohne Aussicht auf Aktualisierung oder wenn der Anbieter keinen Auftragsverarbeitungsvertrag bereitstellt.
Nicht sinnvoll ist er, um zwei Euro im Monat zu sparen. Der Aufwand für einen sauberen Umzug übersteigt die Ersparnis bei kleinen Paketen um ein Vielfaches. Die Reihenfolge, in der ein Umzug ohne Ausfall gelingt, steht in Hosting wechseln.