Eine Domain kostet unter zwanzig Euro im Jahr und ist der einzige Teil eines Webprojekts, der unabhängig von jedem Anbieter besteht. Das macht sie zum wichtigsten und am häufigsten falsch behandelten Bestandteil.
Die eine Regel
Die Domain wird immer im eigenen Konto registriert. Nicht über den Dienstleister, nicht über den Baukasten, nicht über die Agentur.
Wer diese Regel bricht, hat im Konfliktfall keinen Zugriff auf den wichtigsten Vermögenswert der Seite. Ein Transfer ist dann von der Kooperation der Gegenseite abhängig, und im Streit ist die Domain ein Faustpfand.
Praktisch heißt das: ein eigenes Konto bei einem Registrar oder Hoster, auf den eigenen Namen beziehungsweise die eigene Firma, mit den eigenen Zugangsdaten. Ein Dienstleister kann Zugriff bekommen, aber das Konto bleibt Ihres.
Das gilt auch, wenn Hosting und Domain beim gleichen Anbieter liegen: Was zählt, ist der Kontoinhaber.
Namenswahl
Was funktioniert:
- Kurz. Unter fünfzehn Zeichen ist gut, unter zwanzig vertretbar
- Sprechbar. Der Test: am Telefon diktieren, ohne buchstabieren zu müssen
- Merkbar nach einmaligem Hören
- Eindeutig geschrieben. Keine Schreibweise, bei der Zweifel bleiben
- Zum Angebot passend, entweder als Marke oder als beschreibender Begriff
Was nicht funktioniert:
- Mehrere Bindestriche
- Zahlen, wenn unklar bleibt, ob als Ziffer oder Wort geschrieben
- Umlaute. Technisch möglich, praktisch unpraktisch, weil sie in Adressen kodiert werden
- Abkürzungen, die niemand kennt
- Sehr lange beschreibende Ketten
- Namen, die einer bestehenden Marke ähneln. Das ist ein rechtliches Risiko und gehört vorab geprüft
Die Markenprüfung ist der Punkt, der am häufigsten übersehen wird. Eine Suche in den Markenregistern und eine allgemeine Suche nach dem Namen kosten zwanzig Minuten und ersparen im Zweifel eine Umbenennung nach dem Aufbau.
Endungen
| Endung | Passt für | Preis pro Jahr |
|---|---|---|
| .de | deutsche Zielgruppe, Standard | 5 bis 15 Euro |
| .com | international, oder wenn .de vergeben | 10 bis 20 Euro |
| .at, .ch | Österreich, Schweiz | 10 bis 25 Euro |
| .eu | europäischer Bezug | 5 bis 15 Euro |
| .org | Vereine, Organisationen | 10 bis 20 Euro |
| neuere Endungen | wenn sie inhaltlich passen | 5 bis 80 Euro |
Für eine deutsche Zielgruppe ist .de die pragmatische Wahl: vertraut, günstig, unauffällig. Neuere Endungen können passen, wenn sie inhaltlich Sinn ergeben, haben aber zwei Nachteile: Sie sind weniger vertraut, und die Verlängerungspreise sind teils erheblich höher als das rabattierte erste Jahr.
Mehrere Endungen sichern lohnt nur bei tatsächlicher Verwechslungsgefahr oder wenn ein Wettbewerber die Variante besetzen könnte. Alle gesicherten Varianten sollten dann dauerhaft auf die Hauptdomain weiterleiten, nicht denselben Inhalt zeigen.
Gebrauchte Domains prüfen
Eine Domain, die vorher genutzt wurde, bringt eine Vergangenheit mit. Das kann ein Vorteil sein, wenn Verweise auf sie zeigen, und ein Problem, wenn sie für Spam eingesetzt wurde.
Vor der Registrierung prüfen:
- Internet Archive. Welche Inhalte standen unter dieser Adresse? Wenn dort eine fremde Organisation zu sehen ist, ist deren Identität nicht Ihre und darf nicht fortgeführt werden.
- Suche nach dem Domainnamen. Gibt es Erwähnungen, Beschwerden, Einträge in Spam-Listen?
- Backlink-Werkzeug. Welche Websites verlinken? Sind das echte Seiten oder Verzeichnis-Netzwerke?
- Frühere Adressen. Wenn alte Adressen verlinkt sind, sollten sie ein Ziel bekommen, sonst laufen Verweise auf Fehlerseiten.
Was bei einer gebrauchten Domain gilt: Das Thema kann fortgeführt werden, die Identität des früheren Betreibers nicht. Frühere Referenzen, Kundenbeziehungen und Zertifizierungen sind nicht Ihre und dürfen nicht als eigene dargestellt werden.
Nach der Registrierung
- Kontaktdaten prüfen. Eine ungültige E-Mail-Adresse im Datensatz kann zur Sperrung führen
- Automatische Verlängerung aktivieren. Eine vergessene Domain ist nach Ablauf schnell weg
- Transfersperre aktivieren, falls verfügbar, gegen unbefugte Umzüge
- Eine Schreibweise als Original festlegen, mit oder ohne
www, die andere leitet dauerhaft weiter - SSL aktivieren und HTTPS erzwingen. Siehe SSL-Zertifikat
- E-Mail-Einträge setzen, damit Nachrichten nicht im Spam landen. Siehe E-Mail mit eigener Domain
- Zugangsdaten sicher ablegen, in einem Passwortmanager, nicht in einer E-Mail
Punkt 2 klingt selbstverständlich und ist eine der häufigeren Ursachen für plötzlich offline gegangene Websites: eine abgelaufene Kreditkarte im Registrar-Konto und eine Verlängerungsmail, die im Spam landete.
Der Zusammenhang mit dem Systemwechsel
Weil die Domain unabhängig vom Hosting existiert, ist ein Systemwechsel eine DNS-Änderung und kein Domain-Transfer. Genau das macht die Trennung von Domain und Hosting so wertvoll: Sie können jederzeit das System und den Hoster wechseln, ohne die Adresse anzufassen. Siehe System wechseln.