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Domain registrieren: Namenswahl, Endung, und die eine Regel

Wie man eine Domain auswählt und registriert: Namensregeln, Endungen, warum die Domain immer im eigenen Konto liegen muss und wie man Altlasten einer gebrauchten Domain prüft.

Zuletzt geprüft: 26.07.2026 Lesezeit ca. 4 Minuten

Eine Domain kostet unter zwanzig Euro im Jahr und ist der einzige Teil eines Webprojekts, der unabhängig von jedem Anbieter besteht. Das macht sie zum wichtigsten und am häufigsten falsch behandelten Bestandteil.

Die eine Regel

Die Domain wird immer im eigenen Konto registriert. Nicht über den Dienstleister, nicht über den Baukasten, nicht über die Agentur.

Wer diese Regel bricht, hat im Konfliktfall keinen Zugriff auf den wichtigsten Vermögenswert der Seite. Ein Transfer ist dann von der Kooperation der Gegenseite abhängig, und im Streit ist die Domain ein Faustpfand.

Praktisch heißt das: ein eigenes Konto bei einem Registrar oder Hoster, auf den eigenen Namen beziehungsweise die eigene Firma, mit den eigenen Zugangsdaten. Ein Dienstleister kann Zugriff bekommen, aber das Konto bleibt Ihres.

Das gilt auch, wenn Hosting und Domain beim gleichen Anbieter liegen: Was zählt, ist der Kontoinhaber.

Namenswahl

Was funktioniert:

  • Kurz. Unter fünfzehn Zeichen ist gut, unter zwanzig vertretbar
  • Sprechbar. Der Test: am Telefon diktieren, ohne buchstabieren zu müssen
  • Merkbar nach einmaligem Hören
  • Eindeutig geschrieben. Keine Schreibweise, bei der Zweifel bleiben
  • Zum Angebot passend, entweder als Marke oder als beschreibender Begriff

Was nicht funktioniert:

  • Mehrere Bindestriche
  • Zahlen, wenn unklar bleibt, ob als Ziffer oder Wort geschrieben
  • Umlaute. Technisch möglich, praktisch unpraktisch, weil sie in Adressen kodiert werden
  • Abkürzungen, die niemand kennt
  • Sehr lange beschreibende Ketten
  • Namen, die einer bestehenden Marke ähneln. Das ist ein rechtliches Risiko und gehört vorab geprüft

Die Markenprüfung ist der Punkt, der am häufigsten übersehen wird. Eine Suche in den Markenregistern und eine allgemeine Suche nach dem Namen kosten zwanzig Minuten und ersparen im Zweifel eine Umbenennung nach dem Aufbau.

Endungen

EndungPasst fürPreis pro Jahr
.dedeutsche Zielgruppe, Standard5 bis 15 Euro
.cominternational, oder wenn .de vergeben10 bis 20 Euro
.at, .chÖsterreich, Schweiz10 bis 25 Euro
.eueuropäischer Bezug5 bis 15 Euro
.orgVereine, Organisationen10 bis 20 Euro
neuere Endungenwenn sie inhaltlich passen5 bis 80 Euro

Für eine deutsche Zielgruppe ist .de die pragmatische Wahl: vertraut, günstig, unauffällig. Neuere Endungen können passen, wenn sie inhaltlich Sinn ergeben, haben aber zwei Nachteile: Sie sind weniger vertraut, und die Verlängerungspreise sind teils erheblich höher als das rabattierte erste Jahr.

Mehrere Endungen sichern lohnt nur bei tatsächlicher Verwechslungsgefahr oder wenn ein Wettbewerber die Variante besetzen könnte. Alle gesicherten Varianten sollten dann dauerhaft auf die Hauptdomain weiterleiten, nicht denselben Inhalt zeigen.

Gebrauchte Domains prüfen

Eine Domain, die vorher genutzt wurde, bringt eine Vergangenheit mit. Das kann ein Vorteil sein, wenn Verweise auf sie zeigen, und ein Problem, wenn sie für Spam eingesetzt wurde.

Vor der Registrierung prüfen:

  1. Internet Archive. Welche Inhalte standen unter dieser Adresse? Wenn dort eine fremde Organisation zu sehen ist, ist deren Identität nicht Ihre und darf nicht fortgeführt werden.
  2. Suche nach dem Domainnamen. Gibt es Erwähnungen, Beschwerden, Einträge in Spam-Listen?
  3. Backlink-Werkzeug. Welche Websites verlinken? Sind das echte Seiten oder Verzeichnis-Netzwerke?
  4. Frühere Adressen. Wenn alte Adressen verlinkt sind, sollten sie ein Ziel bekommen, sonst laufen Verweise auf Fehlerseiten.

Was bei einer gebrauchten Domain gilt: Das Thema kann fortgeführt werden, die Identität des früheren Betreibers nicht. Frühere Referenzen, Kundenbeziehungen und Zertifizierungen sind nicht Ihre und dürfen nicht als eigene dargestellt werden.

Nach der Registrierung

  1. Kontaktdaten prüfen. Eine ungültige E-Mail-Adresse im Datensatz kann zur Sperrung führen
  2. Automatische Verlängerung aktivieren. Eine vergessene Domain ist nach Ablauf schnell weg
  3. Transfersperre aktivieren, falls verfügbar, gegen unbefugte Umzüge
  4. Eine Schreibweise als Original festlegen, mit oder ohne www, die andere leitet dauerhaft weiter
  5. SSL aktivieren und HTTPS erzwingen. Siehe SSL-Zertifikat
  6. E-Mail-Einträge setzen, damit Nachrichten nicht im Spam landen. Siehe E-Mail mit eigener Domain
  7. Zugangsdaten sicher ablegen, in einem Passwortmanager, nicht in einer E-Mail

Punkt 2 klingt selbstverständlich und ist eine der häufigeren Ursachen für plötzlich offline gegangene Websites: eine abgelaufene Kreditkarte im Registrar-Konto und eine Verlängerungsmail, die im Spam landete.

Der Zusammenhang mit dem Systemwechsel

Weil die Domain unabhängig vom Hosting existiert, ist ein Systemwechsel eine DNS-Änderung und kein Domain-Transfer. Genau das macht die Trennung von Domain und Hosting so wertvoll: Sie können jederzeit das System und den Hoster wechseln, ohne die Adresse anzufassen. Siehe System wechseln.

Häufige Fragen

Was kostet eine Domain?

Eine .de-Domain liegt bei 5 bis 15 Euro im Jahr, .com bei 10 bis 20 Euro. Neuere Endungen kosten teils deutlich mehr, oft mit einem günstigen ersten Jahr und einer erheblich teureren Verlängerung. Der Verlängerungspreis ist der echte Preis.

Mit oder ohne Bindestrich?

Ohne, wenn der Name dann noch lesbar ist. Ein Bindestrich ist vertretbar, wenn zwei Wörter sonst verschmelzen. Mehr als ein Bindestrich wirkt unseriös und ist am Telefon nicht diktierbar.

Sollte man mehrere Endungen sichern?

Nur wenn eine Verwechslung wahrscheinlich ist oder ein Wettbewerber die andere Endung besetzen könnte. Fünf Endungen für ein kleines Projekt sind fünf jährliche Rechnungen ohne Gegenwert.

Wie prüft man, ob eine Domain vorher genutzt wurde?

Über das Internet Archive, das frühere Inhalte zeigt, über eine Suche nach dem Domainnamen, und über ein Backlink-Werkzeug, das eingehende Verweise auflistet. Alle drei sind wichtig: Eine Domain mit problematischer Vergangenheit bringt Altlasten mit.

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