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Website erstellen

Website erstellen lassen: Auswahl, Vertrag, Übergabe

Wie man einen Dienstleister auswählt, was in den Vertrag gehört, wie eine saubere Übergabe aussieht und woran man unseriöse Angebote erkennt.

Zuletzt geprüft: 26.07.2026 Lesezeit ca. 4 Minuten

Eine Website erstellen zu lassen ist für Seiten, die Aufträge bringen sollen, häufig die richtige Entscheidung. Der Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten Projekt liegt zum größten Teil in drei Dingen: dem Briefing, der Auswahl und der Übergabe.

Auswahl

Der aussagekräftigste Test sind die Rückfragen. Ein Anbieter, der nach Zielgruppe, Zweck, Erfolgsmessung, vorhandenen Inhalten und künftiger Pflege fragt, bevor er einen Preis nennt, hat das Projekt verstanden. Wer auf eine E-Mail sofort mit einer Zahl antwortet, hat geraten.

Referenzen praktisch prüfen, nicht nur ansehen:

  1. Referenzseite aufrufen und Ladezeit mobil messen
  2. Mit der Tastatur durchtabben: Ist der Fokus sichtbar?
  3. Auf dem Telefon ansehen
  4. Impressum und Datenschutzerklärung prüfen: vollständig, oder Vorlage mit Diensten, die nicht eingesetzt werden?
  5. Kontrast des Fließtexts prüfen
  6. Bei zwei Referenzen: Sehen sie gleich aus, oder wurde tatsächlich für den Kunden gestaltet?

Punkte 2 und 4 sind besonders aussagekräftig, weil sie zeigen, ob ein Anbieter über die Optik hinaus arbeitet.

Nach der Zusammenarbeit fragen, nicht nur nach dem Ergebnis: Wie lief die Abstimmung, wurden Termine gehalten, wie war die Erreichbarkeit nach dem Livegang. Ein Anbieter, der Referenzkontakte vermittelt, hat nichts zu verbergen.

Was in den Vertrag gehört

Leistungsumfang, aus dem Briefing übernommen und im Angebot konkretisiert. Siehe Angebot richtig lesen.

Zugänge auf Ihren Namen. Domain, Hosting und Administratorzugang laufen auf Ihr Konto. Das ist der wichtigste Punkt und wird am häufigsten übersehen.

Nutzungsrechte. Sie brauchen das Recht, die Seite dauerhaft zu nutzen, zu ändern und von Dritten ändern zu lassen.

Übergabeumfang und -termin. Welche Zugänge, welche Quelldateien, welche Dokumentation. Und: die letzte Zahlung wird erst nach vollständiger Übergabe fällig.

Korrekturrunden, mit Anzahl. Zwei bis drei sind üblich.

Termine mit Abhängigkeiten. Ein Termin gilt unter der Bedingung, dass Ihre Zulieferungen zu einem festgelegten Datum vorliegen. Das schützt beide Seiten.

Vertretung bei Einzelpersonen. Was passiert bei Krankheit oder Urlaub, wenn die Seite ausfällt.

Wartung separat, mit Umfang und Reaktionszeit. Nicht “melde dich, wenn was ist”.

Bildlizenzen. Wer hält sie, und bestehen sie nach Projektende weiter. Siehe Bildrechte.

Was Sie liefern müssen

Der häufigste Grund, warum Projekte aus dem Zeitplan laufen, sind ausstehende Zulieferungen. Was vorher bereitstehen sollte:

  • Zweck und Zielgruppe, schriftlich
  • Seitenliste
  • Texte für die wichtigsten Seiten, oder ein Auftrag dafür
  • Bilder, oder ein Fototermin
  • Logo in einem verwendbaren Format
  • Impressumsangaben vollständig
  • Zugänge zur bestehenden Seite bei einem Relaunch
  • Eine Person, die entscheidet und freigibt

Der letzte Punkt ist unterschätzt: Projekte, in denen drei Personen unabgestimmt Feedback geben, dauern doppelt so lang und werden teurer.

Die Übergabe

Eine saubere Übergabe umfasst:

  1. Zugänge: Domain-Konto, Hosting, CMS-Administrator, gegebenenfalls Formulardienst und Analysewerkzeug
  2. Dateien: Quelldateien der Gestaltung, Originalbilder, gegebenenfalls Schriftlizenzen
  3. Dokumentation: wie man Inhalte pflegt, wie man Bilder einsetzt, wo die Rechtstexte liegen, welche Plugins wozu dienen
  4. Einweisung: eine Stunde, in der die Pflege einmal praktisch durchgegangen wird
  5. Wartungsvereinbarung, sofern gewünscht
  6. Liste der Auftragsverarbeitungsverträge und der eingesetzten Dienste
  7. Prüfprotokoll zu Barrierefreiheit und Ladezeit
  8. Weiterleitungsplan bei einem Relaunch, als Dokument

Punkte 6 bis 8 werden selten übergeben und sind genau die, die man später braucht: bei einer Datenschutzanfrage, bei einer Barrierefreiheitsbeschwerde und bei der Fehlersuche, wenn Sichtbarkeit verloren geht.

Warnsignale

Kein Interesse an Zielgruppe und Zweck. Ein Anbieter, der nur nach der Seitenzahl fragt, baut eine Vorlage.

Verweigerung der Zugangsübergabe oder Ausweichen auf die Frage.

Domain wird auf den Anbieter registriert, ohne dass das offen benannt und begründet wird.

Mietmodell ohne offene Benennung. Niedrige Monatskosten ohne Einmalzahlung können bedeuten, dass am Ende nichts Ihnen gehört. Das ist nicht unseriös, sofern es offen gesagt wird. Siehe Agentur, Freelancer oder Selbstbau.

Vollständige Vorauszahlung.

Erfolgsversprechen bei Rankings. Positionen sind nicht zusicherbar. Ein Versprechen darauf ist ein Signal.

Keine Antwort auf die Frage nach laufenden Kosten.

Wenn es schiefläuft

  1. Eigene Zulieferungen prüfen. Vollständig und rechtzeitig geliefert? Das ist die häufigste Ursache.
  2. Schriftlich einen Stand und einen neuen Termin einfordern, sachlich.
  3. Zahlungen zurückhalten, soweit vertraglich möglich, bis die Übergabe stattgefunden hat.
  4. Zugänge sichern, bevor die Beziehung eskaliert. Wenn die Domain in Ihrem Konto liegt, ist die Verhandlungsposition eine andere.
  5. Bei einem Abbruch: Herausgabe der Zugänge und der bis dahin erstellten Arbeiten verlangen, unter Verweis auf die vereinbarten Nutzungsrechte.

Punkt 4 ist der Grund, warum die Regel zu den Zugängen am Anfang steht: Sie entscheidet darüber, wie ein Konflikt ausgeht.

Häufige Fragen

Woran erkennt man einen guten Anbieter?

An den Rückfragen. Wer nach Zielgruppe, Zweck, Erfolgsmessung, vorhandenen Inhalten und Pflegekapazität fragt, bevor er einen Preis nennt, hat verstanden, was gebaut werden soll. Wer sofort eine Zahl nennt, rät.

Was ist der wichtigste Vertragspunkt?

Die Übergabe: welche Zugänge, welche Dateien, welche Dokumentation, zu welchem Zeitpunkt, und die Kopplung der letzten Zahlung daran. Alles andere lässt sich nachverhandeln, ein verweigerter Zugang nicht.

Sollte man Referenzen prüfen?

Ja, und zwar praktisch: Referenzseiten aufrufen, Ladezeit messen, mit der Tastatur durchtabben, auf dem Telefon ansehen, Impressum und Datenschutzerklärung prüfen. Das sagt mehr als ein Bildschirmfoto in einem Portfolio.

Was tun, wenn ein Projekt aus dem Ruder läuft?

Zuerst prüfen, ob die eigenen Zulieferungen vollständig und rechtzeitig waren, weil das die häufigste Ursache ist. Dann schriftlich einen Stand und einen Termin einfordern. Zahlungen nicht vollständig leisten, bevor eine Übergabe stattgefunden hat.

Passt dazu

Einige Links auf diesem Portal sind Empfehlungslinks. Wird darüber ein Vertrag geschlossen, erhält IDA Webdesign unter Umständen eine Vergütung. Für Sie ändert sich am Preis nichts, und die Bewertung eines Anbieters hängt nicht davon ab. Inhalte zu Recht und Datenschutz sind allgemeine Orientierung und keine Rechtsberatung.