Die Struktur ist der Teil einer Website, den niemand bewundert und der über die Wirkung entscheidet. Sie legt fest, wie schnell ein Besucher findet, was er sucht, wie sich Themen zueinander verhalten und wie viel Arbeit ein späterer Umbau macht.
Schritt 1: Die Seitenliste
Eine Zeile pro Seite, mit einem Halbsatz, was darauf steht, und einem Hinweis, welche Handlung sie auslösen soll.
Für einen typischen kleinen Betrieb:
| Seite | Inhalt | Handlung |
|---|---|---|
| Start | Was wird angeboten, für wen, Beweise, Wege | anrufen oder weiterlesen |
| Leistungen | Was genau, mit Preisrahmen wenn möglich | anfragen |
| Referenzen | Belege der eigenen Arbeit, mit Fotos | Vertrauen aufbauen |
| Über uns | Wer dahinter steht, seit wann, Qualifikation | Vertrauen aufbauen |
| Kontakt | Alle Wege, Zeiten, Anfahrt | anrufen oder Formular |
| Impressum | Pflichtangaben | – |
| Datenschutz | Pflichtangaben | – |
Wenn eine Leistung eigenständig gesucht wird, bekommt sie eine eigene Seite statt eines Absatzes auf einer Sammelseite. Das ist der häufigste sinnvolle Anlass, die Liste zu erweitern.
Der Test für jede zusätzliche Seite: Gibt es genug Inhalt für mindestens 400 Wörter, die nicht auf einer anderen Seite stehen? Wenn nicht, ist es ein Abschnitt, keine Seite.
Schritt 2: Navigation begrenzen
Fünf bis sieben Punkte in der Hauptnavigation. Impressum und Datenschutz gehören in den Fußbereich, nicht nach oben.
Der Grund ist nicht Ästhetik: Jeder Punkt in der Hauptnavigation wird von jeder Seite der Website verlinkt. Zwölf Punkte verteilen dieses Gewicht auf zwölf Ziele und signalisieren, dass keines Vorrang hat. Siehe Interne Verlinkung.
Ein Untermenü ist erst ab etwa fünfzehn Seiten sinnvoll. Bei weniger führt es dazu, dass Inhalte hinter einem zusätzlichen Klick verschwinden.
Schritt 3: Reihenfolge innerhalb einer Seite
Die Reihenfolge sollte der Reihenfolge der Fragen entsprechen, die ein Besucher hat. Für eine Leistungsseite:
- Was ist das, in einem Satz. Nicht die Firmengeschichte.
- Für wen ist es, und wann passt es nicht. Der zweite Teil schafft Vertrauen.
- Wie läuft es ab. Drei bis fünf Schritte.
- Was kostet es. Rahmen genügt, Schweigen erzeugt Rückfragen oder Absprung.
- Beweise. Fotos der eigenen Arbeit, konkrete Beispiele, echte Bewertungen.
- Antworten auf häufige Fragen. Die, die tatsächlich gestellt werden.
- Nächster Schritt. Anrufen, anfragen, Termin.
Punkt 4 ist der, der am häufigsten weggelassen wird, und der Grund, warum Formulare leer bleiben. Ein Rahmen wie “Badsanierung ab 8.000 Euro, Festpreis nach Besichtigung” filtert die Anfragen, die nicht passen, und erhöht die Qualität der übrigen.
Für die Startseite gilt dasselbe Muster, nur verdichtet: Sie ist keine Bühne, sondern eine Weiche. Ihre Aufgabe ist, den Besucher in maximal zwei Schritten dorthin zu bringen, wo seine Frage beantwortet wird.
Schritt 4: Adressen festlegen
Adressen sind der Teil, der am schwersten zu ändern ist. Deshalb einmal in Ruhe festlegen.
Regeln, die sich bewährt haben:
- Kleinbuchstaben, Wörter mit Bindestrich getrennt
- Keine Umlaute und kein ß in der Adresse, in Texten selbstverständlich schon
- Sprechend, aber kurz:
/leistungen/badsanierungstatt/unsere-leistungen-im-bereich-der-badsanierung - Keine Datumsangaben und keine Kennnummern
- Keine Dateiendungen
- Hierarchie abbilden, wenn eine besteht:
/hosting/ssl-zertifikat - Eine Schreibweise für den Schrägstrich am Ende festlegen und dabei bleiben
Was zu vermeiden ist: Adressen, die die Struktur zementieren, wenn diese noch nicht sicher ist. /leistungen/badsanierung ist gut, solange Leistungen eine dauerhafte Kategorie sind. Wenn absehbar umsortiert wird, ist eine flachere Adresse robuster. Details in Seitenstruktur und URLs.
Schritt 5: Verlinkung planen
Jede Seite braucht zwei Dinge: einen Weg hinein und einen Weg weiter.
- Von der Startseite in jeden Hauptbereich
- Von der Übersichtsseite in jede Detailseite
- Von jeder Detailseite zurück zur Übersicht und seitwärts auf zwei bis drei verwandte Seiten
- Von jeder Seite zu einem nächsten Schritt
Eine Seite, auf die kein interner Link zeigt, ist praktisch nicht Teil der Website. Eine Seite ohne weiterführenden Link ist eine Sackgasse. Beide Fehler entstehen dadurch, dass Inhalte hinzugefügt werden, ohne in die Struktur eingebaut zu werden.
Der häufigste Strukturfehler
Zwei Seiten zum gleichen Thema. Sie entstehen ungeplant: eine Leistungsseite und ein Blogbeitrag zur selben Frage, oder eine alte und eine neue Seite nach einem Umbau. Beide konkurrieren gegeneinander, keine rankt gut, und Besucher landen abwechselnd auf der einen oder der anderen.
Die Lösung ist immer dieselbe: zusammenlegen, den besseren Inhalt behalten, die andere Adresse dauerhaft auf die verbleibende weiterleiten. Nicht beide behalten und hoffen.