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Website erstellen

Websitestruktur planen: Seiten, Navigation, Reihenfolge

Die Struktur entscheidet, ob eine Website funktioniert. Wie man die Seitenliste aufstellt, die Navigation begrenzt, Inhalte je Seite anordnet und Adressen vergibt, die halten.

Zuletzt geprüft: 26.07.2026 Lesezeit ca. 4 Minuten

Die Struktur ist der Teil einer Website, den niemand bewundert und der über die Wirkung entscheidet. Sie legt fest, wie schnell ein Besucher findet, was er sucht, wie sich Themen zueinander verhalten und wie viel Arbeit ein späterer Umbau macht.

Schritt 1: Die Seitenliste

Eine Zeile pro Seite, mit einem Halbsatz, was darauf steht, und einem Hinweis, welche Handlung sie auslösen soll.

Für einen typischen kleinen Betrieb:

SeiteInhaltHandlung
StartWas wird angeboten, für wen, Beweise, Wegeanrufen oder weiterlesen
LeistungenWas genau, mit Preisrahmen wenn möglichanfragen
ReferenzenBelege der eigenen Arbeit, mit FotosVertrauen aufbauen
Über unsWer dahinter steht, seit wann, QualifikationVertrauen aufbauen
KontaktAlle Wege, Zeiten, Anfahrtanrufen oder Formular
ImpressumPflichtangaben
DatenschutzPflichtangaben

Wenn eine Leistung eigenständig gesucht wird, bekommt sie eine eigene Seite statt eines Absatzes auf einer Sammelseite. Das ist der häufigste sinnvolle Anlass, die Liste zu erweitern.

Der Test für jede zusätzliche Seite: Gibt es genug Inhalt für mindestens 400 Wörter, die nicht auf einer anderen Seite stehen? Wenn nicht, ist es ein Abschnitt, keine Seite.

Schritt 2: Navigation begrenzen

Fünf bis sieben Punkte in der Hauptnavigation. Impressum und Datenschutz gehören in den Fußbereich, nicht nach oben.

Der Grund ist nicht Ästhetik: Jeder Punkt in der Hauptnavigation wird von jeder Seite der Website verlinkt. Zwölf Punkte verteilen dieses Gewicht auf zwölf Ziele und signalisieren, dass keines Vorrang hat. Siehe Interne Verlinkung.

Ein Untermenü ist erst ab etwa fünfzehn Seiten sinnvoll. Bei weniger führt es dazu, dass Inhalte hinter einem zusätzlichen Klick verschwinden.

Schritt 3: Reihenfolge innerhalb einer Seite

Die Reihenfolge sollte der Reihenfolge der Fragen entsprechen, die ein Besucher hat. Für eine Leistungsseite:

  1. Was ist das, in einem Satz. Nicht die Firmengeschichte.
  2. Für wen ist es, und wann passt es nicht. Der zweite Teil schafft Vertrauen.
  3. Wie läuft es ab. Drei bis fünf Schritte.
  4. Was kostet es. Rahmen genügt, Schweigen erzeugt Rückfragen oder Absprung.
  5. Beweise. Fotos der eigenen Arbeit, konkrete Beispiele, echte Bewertungen.
  6. Antworten auf häufige Fragen. Die, die tatsächlich gestellt werden.
  7. Nächster Schritt. Anrufen, anfragen, Termin.

Punkt 4 ist der, der am häufigsten weggelassen wird, und der Grund, warum Formulare leer bleiben. Ein Rahmen wie “Badsanierung ab 8.000 Euro, Festpreis nach Besichtigung” filtert die Anfragen, die nicht passen, und erhöht die Qualität der übrigen.

Für die Startseite gilt dasselbe Muster, nur verdichtet: Sie ist keine Bühne, sondern eine Weiche. Ihre Aufgabe ist, den Besucher in maximal zwei Schritten dorthin zu bringen, wo seine Frage beantwortet wird.

Schritt 4: Adressen festlegen

Adressen sind der Teil, der am schwersten zu ändern ist. Deshalb einmal in Ruhe festlegen.

Regeln, die sich bewährt haben:

  • Kleinbuchstaben, Wörter mit Bindestrich getrennt
  • Keine Umlaute und kein ß in der Adresse, in Texten selbstverständlich schon
  • Sprechend, aber kurz: /leistungen/badsanierung statt /unsere-leistungen-im-bereich-der-badsanierung
  • Keine Datumsangaben und keine Kennnummern
  • Keine Dateiendungen
  • Hierarchie abbilden, wenn eine besteht: /hosting/ssl-zertifikat
  • Eine Schreibweise für den Schrägstrich am Ende festlegen und dabei bleiben

Was zu vermeiden ist: Adressen, die die Struktur zementieren, wenn diese noch nicht sicher ist. /leistungen/badsanierung ist gut, solange Leistungen eine dauerhafte Kategorie sind. Wenn absehbar umsortiert wird, ist eine flachere Adresse robuster. Details in Seitenstruktur und URLs.

Schritt 5: Verlinkung planen

Jede Seite braucht zwei Dinge: einen Weg hinein und einen Weg weiter.

  • Von der Startseite in jeden Hauptbereich
  • Von der Übersichtsseite in jede Detailseite
  • Von jeder Detailseite zurück zur Übersicht und seitwärts auf zwei bis drei verwandte Seiten
  • Von jeder Seite zu einem nächsten Schritt

Eine Seite, auf die kein interner Link zeigt, ist praktisch nicht Teil der Website. Eine Seite ohne weiterführenden Link ist eine Sackgasse. Beide Fehler entstehen dadurch, dass Inhalte hinzugefügt werden, ohne in die Struktur eingebaut zu werden.

Der häufigste Strukturfehler

Zwei Seiten zum gleichen Thema. Sie entstehen ungeplant: eine Leistungsseite und ein Blogbeitrag zur selben Frage, oder eine alte und eine neue Seite nach einem Umbau. Beide konkurrieren gegeneinander, keine rankt gut, und Besucher landen abwechselnd auf der einen oder der anderen.

Die Lösung ist immer dieselbe: zusammenlegen, den besseren Inhalt behalten, die andere Adresse dauerhaft auf die verbleibende weiterleiten. Nicht beide behalten und hoffen.

Häufige Fragen

Wie viele Seiten sollte eine kleine Website haben?

Fünf bis acht für einen typischen Betrieb: Start, Leistungen, Referenzen, Über uns, Kontakt, Impressum, Datenschutz. Mehr ist selten besser, weil jede Seite gepflegt werden muss und eine halbleere Seite den Eindruck der ganzen Website senkt.

Wie viele Punkte darf die Hauptnavigation haben?

Fünf bis sieben. Jeder Punkt dort erhält Verlinkung von jeder Seite, verteilt also Gewicht. Zwanzig Punkte bedeuten, dass keiner davon Priorität hat, und sie sind auf dem Telefon eine sehr lange Liste.

Sollten Adressen die Hierarchie abbilden?

Ja, wenn eine echte Hierarchie besteht. Eine Adresse wie /hosting/ssl-zertifikat macht den Zusammenhang für Leser und Suchmaschinen sichtbar. Bei einer flachen Website mit sechs Seiten genügen einfache Adressen ohne Verzeichnisebene.

Was, wenn sich die Struktur später ändert?

Dann braucht jede alte Adresse eine dauerhafte Weiterleitung auf ihr neues Ziel. Weil das Arbeit macht und Sichtbarkeit kosten kann, lohnt es sich, die Struktur einmal in Ruhe festzulegen, statt sie unterwegs zu ändern.

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