Interne Verlinkung ist der Bereich, in dem man mit der geringsten Abhängigkeit von Dritten am meisten erreichen kann. Externe Verweise muss man verdienen, Rankings kann man nicht kaufen, aber die eigene Linkstruktur liegt vollständig in eigener Hand.
Sie erfüllt drei Aufgaben: Sie führt Leser zum nächsten sinnvollen Schritt, sie zeigt Suchmaschinen, welche Seiten zusammengehören, und sie verteilt Autorität von starken Seiten auf schwächere.
Die Silo-Struktur
Das belastbarste Muster ist ein geschlossener Cluster je Thema:
- Eine Übersichtsseite (Hub) behandelt das Thema allgemein und verlinkt jede Detailseite.
- Jede Detailseite behandelt genau eine Unterfrage, verlinkt zurück auf die Übersicht und seitwärts auf zwei bis vier verwandte Detailseiten.
- Zwischen Themen wird sparsam verlinkt, und zwar von Übersicht zu Übersicht oder dort, wo eine inhaltliche Brücke tatsächlich besteht.
Der Effekt: Die Übersichtsseite wird zur stärksten Seite des Clusters, weil alle Detailseiten auf sie zeigen. Genau deshalb sollte sie auf den allgemeinsten Suchbegriff ausgerichtet sein, während die Detailseiten die spezifischen Fragen bedienen.
Für eine neue Domain ist die praktische Konsequenz wichtig: Man baut von unten nach oben. Die spezifischen Seiten bringen früh Besucher, weil dort weniger Wettbewerb steht, und ihre Verlinkung macht die Übersichtsseite mit der Zeit wettbewerbsfähig.
Ankertexte
Der Ankertext beschreibt, was auf der Zielseite steht. Das ist die ganze Regel.
Brauchbar: “Die Kriterien für ein tragfähiges Theme”, “wie man Weiterleitungen richtig setzt”, “Serverstandort und Datenschutz”.
Nicht brauchbar: “hier”, “mehr erfahren”, “dieser Beitrag”, “klicken Sie hier”. Diese Anker sind für Leser mit Hilfsmitteln zusätzlich ein Problem, weil eine Linkliste ohne Kontext entsteht.
Zu vermeiden: immer der exakt gleiche Ankertext auf dieselbe Zielseite. Natürliche Verlinkung variiert. Wer aus zwanzig Beiträgen zwanzigmal mit demselben Begriff auf eine Seite zeigt, erzeugt ein erkennbares Muster.
Ein Link pro Zielseite pro Beitrag genügt. Dreimal im selben Text auf dieselbe Seite zu verlinken bringt nichts und stört den Lesefluss.
Wo Links stehen sollten
| Position | Wirkung | Einsatz |
|---|---|---|
| Fließtext | am stärksten, weil im Kontext | die inhaltlich wichtigen Verweise |
| Hauptnavigation | strukturbildend, auf jeder Seite | nur die Hauptbereiche, bewusst wenige |
| Seitenleiste | mittel, wiederkehrend | Geschwister im selben Themenbereich |
| Vor- und Zurück-Leiste | mittel, führt durch eine Reihenfolge | am Ende eines Beitrags |
| Fußbereich | schwach, aber flächendeckend | Übersichtsseiten und Pflichtseiten |
| Brotkrumen | strukturbildend | Hierarchie sichtbar machen |
Die Hauptnavigation verdient eine bewusste Entscheidung: Jeder Punkt dort erhält Verlinkung von jeder Seite der Website. Zwanzig Navigationspunkte verteilen dieses Gewicht auf zwanzig Ziele. Sechs Punkte konzentrieren es auf die Bereiche, die tatsächlich ranken sollen.
Die häufigsten Fehler
1. Verwaiste Seiten. Seiten, auf die kein interner Link zeigt. Sie stehen in der Sitemap, sind aber im Grunde nicht Teil der Website. Findbar mit einem Crawler, der intern verlinkte Seiten mit der Sitemap vergleicht.
2. Sackgassen. Seiten ohne weiterführenden Link. Der Leser hat gelesen und weiß nicht, was jetzt. Jede Seite braucht mindestens einen nächsten Schritt.
3. Alles verlinkt alles. Wenn jede Seite auf dreißig andere zeigt, ist keine Struktur erkennbar. Ein Cluster funktioniert, weil er auch abgrenzt.
4. Nur von der Startseite verlinkt. Eine Startseite, von der aus vierzig Unterseiten hängen, ohne dass die Unterseiten untereinander verbunden sind, erzeugt eine flache Struktur ohne erkennbare Themen.
5. Links auf Weiterleitungen. Interne Links sollten direkt auf das Ziel zeigen, nicht auf eine Adresse, die weiterleitet. Nach einem Relaunch ist das der häufigste Rest, der aufzuräumen ist.
6. Kannibalisierung durch Verlinkung. Zwei Seiten zum gleichen Thema, die beide verlinkt werden, konkurrieren gegeneinander. Die Lösung ist Zusammenlegen und Weiterleiten, nicht mehr Links.
Prüfung in dreißig Minuten
- Website mit einem Crawler durchlaufen lassen und die Liste der internen Links exportieren
- Seiten ohne eingehende interne Links markieren, das sind die verwaisten
- Seiten ohne ausgehende interne Links markieren, das sind die Sackgassen
- Seiten mit nur einem eingehenden Link prüfen, ob mehr sinnvoll wären
- Ankertexte durchsehen und alle “hier” und “mehr erfahren” ersetzen
- Interne Links prüfen, die auf einen Weiterleitungscode antworten, und auf das Ziel umschreiben
Die Punkte 2 und 3 finden in der Regel den größten Teil des Verbesserungspotenzials, weil verwaiste Seiten und Sackgassen beides Symptome derselben Ursache sind: Inhalte, die entstanden sind, ohne in die Struktur eingebaut zu werden.
Wie die Adressstruktur dazu passen sollte, steht in Seitenstruktur und URLs.