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Kosten & Preise

Angebot richtig lesen: worauf es tatsächlich ankommt

Wie man ein Angebot für ein Webprojekt liest: welche Leistungen enthalten sein müssen, welche Lücken teuer werden, welche Vertragsklauseln kritisch sind und welche Fragen man stellt.

Zuletzt geprüft: 26.07.2026 Lesezeit ca. 4 Minuten

Angebote für dieselbe Website liegen häufig weit auseinander, und der Grund sind selten unterschiedliche Stundensätze. Es sind unterschiedliche Leistungsumfänge, die sich beim Lesen erst zeigen, wenn man weiß, worauf zu achten ist.

Die Voraussetzung für Vergleichbarkeit ist ein einheitliches Briefing. Ohne das vergleicht man verschiedene Projekte. Siehe Briefing-Leitfaden.

Die Positionen, die enthalten sein müssen

PositionWarum sie wichtig ist
Anzahl der Seitenvorlagenbestimmt den Aufwand mehr als die Seitenzahl
Anzahl der UnterseitenGrundlage für Nachträge
Wer liefert Texteder größte Kostenposten überhaupt
Wer liefert BilderFototermin oder Lizenzen kosten extra
Funktionen im EinzelnenFormular, Buchung, Shop, Sprachen
Responsives Verhaltensollte selbstverständlich sein, gehört trotzdem hinein
Barrierefreiheitseit dem BFSG bei vielen Anbietern Pflicht
Ladezeitoptimierungsonst wird sie zum Nachtrag
Rechtstextewer erstellt sie, mit welcher Prüfung
Weiterleitungen bei Relaunchohne sie verliert die Seite Sichtbarkeit
Einweisung und Dokumentationsonst kann niemand pflegen
Übergabe der Zugängeschriftlich, mit Termin
Zahl der Korrekturrundensonst endlos oder streitig
Terminemit Abhängigkeit von Ihren Zulieferungen
Wartung nach dem Livegangseparat, mit Reaktionszeit

Die Lücken, die teuer werden

Texte. Steht im Angebot “Einpflegen der gelieferten Inhalte”, liefern Sie die Texte. Wer das überliest, hat drei Wochen nach Auftragsbeginn ein Projekt, das auf ihn wartet. Redaktionelle Arbeit kostet 80 bis 250 Euro pro Seite.

Weiterleitungen bei einem Relaunch. Der teuerste vergessene Posten. Ohne Weiterleitungsplan verliert eine bestehende Seite einen großen Teil ihrer Sichtbarkeit, und die Wiederherstellung kostet mehr als der Plan gekostet hätte. Siehe Relaunch planen.

Barrierefreiheit. Wenn sie nicht im Angebot steht, ist sie nicht enthalten. Bei Anbietern, die online Verträge schließen, ist das kein Komfortthema. Siehe BFSG-Pflichten.

Einweisung. Ohne sie ist die Seite technisch fertig und praktisch nicht pflegbar. Eine Stunde Einweisung plus eine kurze Dokumentation ist der Unterschied zwischen einer Seite, die gepflegt wird, und einer, die veraltet.

Bildlizenzen. Wenn der Dienstleister Bilder einsetzt, gehört geklärt, wer die Lizenz hält und ob sie nach Projektende weiterbesteht. Siehe Bildrechte.

Korrekturrunden. Ohne Angabe ist jede weitere Runde ein Nachtrag oder ein Konflikt. Zwei bis drei Runden sind üblich.

Vertragsklauseln, die kritisch sind

Zugänge auf Namen des Dienstleisters. Domain, Hosting und Administratorzugang müssen auf Ihr Konto laufen. Eine Domain, die auf den Dienstleister registriert ist, ist im Streitfall ein Faustpfand.

Nutzungsrechte unklar. Sie brauchen das Recht, die Seite dauerhaft zu nutzen, zu ändern und von Dritten ändern zu lassen. Ohne diese Klausel entsteht Streit, sobald jemand anders übernehmen soll.

Kein Übergabeumfang. Welche Zugänge, welche Dateien, welche Dokumentation, zu welchem Zeitpunkt. Schriftlich.

Mietmodell ohne offene Benennung. Ein Angebot mit niedrigen Monatskosten und ohne Einmalkosten kann ein Mietmodell sein, bei dem am Ende nichts Ihnen gehört. Das ist nicht unseriös, sofern es offen benannt wird. Siehe Agentur, Freelancer oder Selbstbau.

Automatische Verlängerung mit langer Kündigungsfrist bei Wartungsverträgen.

Zahlung vollständig vor Übergabe. Die letzte Rate sollte an die vollständige Übergabe gekoppelt sein.

Keine Regelung zur Vertretung bei Einzelpersonen. Was passiert bei Krankheit, wenn die Seite ausfällt?

Die Fragen, die man stellt

Fünf Fragen, deren Antworten mehr über einen Anbieter sagen als das Angebot selbst:

  1. Welche Leistungen sind ausdrücklich nicht enthalten? Eine gute Antwort ist konkret. Eine ausweichende Antwort ist ein Signal.
  2. Welche Posten fallen nach dem Livegang jährlich an, und in welcher Höhe?
  3. Was passiert, wenn ich die Texte später liefere als geplant? Ein durchdachtes Projekt hat darauf eine Antwort.
  4. Wie erfolgt die Übergabe, und was gehört dazu?
  5. Was kostet eine Änderung nach der Übergabe?

Ein Anbieter, der diese fünf Fragen präzise beantwortet, hat das Projekt durchdacht. Wer auf Frage 1 antwortet, es sei alles enthalten, hat entweder nicht kalkuliert oder wird nachfordern.

Was kein Warnsignal ist

Ein höherer Preis als bei der Konkurrenz, wenn der Leistungsumfang entsprechend größer ist.

Rückfragen vor der Angebotserstellung. Das ist ein gutes Zeichen: Wer Zielgruppe, Zweck und Erfolgsmessung erfragt, hat verstanden, was gebaut werden soll. Wer auf eine E-Mail sofort mit einer Zahl antwortet, rät.

Ein Hinweis darauf, dass ein Baukasten genügen würde. Ein Anbieter, der von einem größeren Projekt abrät, weil es nicht nötig ist, ist glaubwürdiger als einer, der jedes Budget bestätigt.

Eine längere Laufzeit als erhofft. Realistische Termine sind besser als eingehaltene Wunschtermine mit halber Qualität.

Häufige Fragen

Was fehlt in Angeboten am häufigsten?

Texte, Weiterleitungen bei einem Relaunch, Barrierefreiheitsprüfung, Einweisung und die Übergabe der Zugänge. Alle vier werden später zu Nachträgen oder zu Streitpunkten.

Ist der Stundensatz ein sinnvolles Vergleichskriterium?

Kaum. Ein Anbieter mit 120 Euro Stundensatz, der zwanzig Stunden braucht, ist billiger als einer mit 60 Euro, der fünfzig braucht. Vergleichbar sind Leistungsumfänge und Pauschalen, nicht Sätze.

Was ist ein faires Zahlungsziel?

Üblich ist eine Aufteilung in Drittel: bei Auftrag, bei Freigabe des Entwurfs, bei Übergabe. Wichtig ist, dass die letzte Zahlung erst nach vollständiger Übergabe aller Zugänge fällig wird.

Muss man Nutzungsrechte gesondert vereinbaren?

Es ist dringend zu empfehlen. Sie brauchen das Recht, die Seite dauerhaft zu nutzen, zu ändern und von Dritten ändern zu lassen. Ohne diese Klausel entsteht Streit, sobald ein anderer Dienstleister übernehmen soll.

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