Angebote für dieselbe Website liegen häufig weit auseinander, und der Grund sind selten unterschiedliche Stundensätze. Es sind unterschiedliche Leistungsumfänge, die sich beim Lesen erst zeigen, wenn man weiß, worauf zu achten ist.
Die Voraussetzung für Vergleichbarkeit ist ein einheitliches Briefing. Ohne das vergleicht man verschiedene Projekte. Siehe Briefing-Leitfaden.
Die Positionen, die enthalten sein müssen
| Position | Warum sie wichtig ist |
|---|---|
| Anzahl der Seitenvorlagen | bestimmt den Aufwand mehr als die Seitenzahl |
| Anzahl der Unterseiten | Grundlage für Nachträge |
| Wer liefert Texte | der größte Kostenposten überhaupt |
| Wer liefert Bilder | Fototermin oder Lizenzen kosten extra |
| Funktionen im Einzelnen | Formular, Buchung, Shop, Sprachen |
| Responsives Verhalten | sollte selbstverständlich sein, gehört trotzdem hinein |
| Barrierefreiheit | seit dem BFSG bei vielen Anbietern Pflicht |
| Ladezeitoptimierung | sonst wird sie zum Nachtrag |
| Rechtstexte | wer erstellt sie, mit welcher Prüfung |
| Weiterleitungen bei Relaunch | ohne sie verliert die Seite Sichtbarkeit |
| Einweisung und Dokumentation | sonst kann niemand pflegen |
| Übergabe der Zugänge | schriftlich, mit Termin |
| Zahl der Korrekturrunden | sonst endlos oder streitig |
| Termine | mit Abhängigkeit von Ihren Zulieferungen |
| Wartung nach dem Livegang | separat, mit Reaktionszeit |
Die Lücken, die teuer werden
Texte. Steht im Angebot “Einpflegen der gelieferten Inhalte”, liefern Sie die Texte. Wer das überliest, hat drei Wochen nach Auftragsbeginn ein Projekt, das auf ihn wartet. Redaktionelle Arbeit kostet 80 bis 250 Euro pro Seite.
Weiterleitungen bei einem Relaunch. Der teuerste vergessene Posten. Ohne Weiterleitungsplan verliert eine bestehende Seite einen großen Teil ihrer Sichtbarkeit, und die Wiederherstellung kostet mehr als der Plan gekostet hätte. Siehe Relaunch planen.
Barrierefreiheit. Wenn sie nicht im Angebot steht, ist sie nicht enthalten. Bei Anbietern, die online Verträge schließen, ist das kein Komfortthema. Siehe BFSG-Pflichten.
Einweisung. Ohne sie ist die Seite technisch fertig und praktisch nicht pflegbar. Eine Stunde Einweisung plus eine kurze Dokumentation ist der Unterschied zwischen einer Seite, die gepflegt wird, und einer, die veraltet.
Bildlizenzen. Wenn der Dienstleister Bilder einsetzt, gehört geklärt, wer die Lizenz hält und ob sie nach Projektende weiterbesteht. Siehe Bildrechte.
Korrekturrunden. Ohne Angabe ist jede weitere Runde ein Nachtrag oder ein Konflikt. Zwei bis drei Runden sind üblich.
Vertragsklauseln, die kritisch sind
Zugänge auf Namen des Dienstleisters. Domain, Hosting und Administratorzugang müssen auf Ihr Konto laufen. Eine Domain, die auf den Dienstleister registriert ist, ist im Streitfall ein Faustpfand.
Nutzungsrechte unklar. Sie brauchen das Recht, die Seite dauerhaft zu nutzen, zu ändern und von Dritten ändern zu lassen. Ohne diese Klausel entsteht Streit, sobald jemand anders übernehmen soll.
Kein Übergabeumfang. Welche Zugänge, welche Dateien, welche Dokumentation, zu welchem Zeitpunkt. Schriftlich.
Mietmodell ohne offene Benennung. Ein Angebot mit niedrigen Monatskosten und ohne Einmalkosten kann ein Mietmodell sein, bei dem am Ende nichts Ihnen gehört. Das ist nicht unseriös, sofern es offen benannt wird. Siehe Agentur, Freelancer oder Selbstbau.
Automatische Verlängerung mit langer Kündigungsfrist bei Wartungsverträgen.
Zahlung vollständig vor Übergabe. Die letzte Rate sollte an die vollständige Übergabe gekoppelt sein.
Keine Regelung zur Vertretung bei Einzelpersonen. Was passiert bei Krankheit, wenn die Seite ausfällt?
Die Fragen, die man stellt
Fünf Fragen, deren Antworten mehr über einen Anbieter sagen als das Angebot selbst:
- Welche Leistungen sind ausdrücklich nicht enthalten? Eine gute Antwort ist konkret. Eine ausweichende Antwort ist ein Signal.
- Welche Posten fallen nach dem Livegang jährlich an, und in welcher Höhe?
- Was passiert, wenn ich die Texte später liefere als geplant? Ein durchdachtes Projekt hat darauf eine Antwort.
- Wie erfolgt die Übergabe, und was gehört dazu?
- Was kostet eine Änderung nach der Übergabe?
Ein Anbieter, der diese fünf Fragen präzise beantwortet, hat das Projekt durchdacht. Wer auf Frage 1 antwortet, es sei alles enthalten, hat entweder nicht kalkuliert oder wird nachfordern.
Was kein Warnsignal ist
Ein höherer Preis als bei der Konkurrenz, wenn der Leistungsumfang entsprechend größer ist.
Rückfragen vor der Angebotserstellung. Das ist ein gutes Zeichen: Wer Zielgruppe, Zweck und Erfolgsmessung erfragt, hat verstanden, was gebaut werden soll. Wer auf eine E-Mail sofort mit einer Zahl antwortet, rät.
Ein Hinweis darauf, dass ein Baukasten genügen würde. Ein Anbieter, der von einem größeren Projekt abrät, weil es nicht nötig ist, ist glaubwürdiger als einer, der jedes Budget bestätigt.
Eine längere Laufzeit als erhofft. Realistische Termine sind besser als eingehaltene Wunschtermine mit halber Qualität.