Die Frage nach dem Preis einer Website ist so beantwortbar wie die Frage nach dem Preis eines Fahrzeugs: Es gibt eine Antwort, aber erst nachdem klar ist, was damit gemacht werden soll. Diese Seite ordnet Preise nach Weg und Umfang und rechnet drei typische Fälle vollständig durch.
Was den Preis tatsächlich bestimmt
Nicht das Design, sondern fünf andere Größen:
Anzahl der Seitenvorlagen, nicht der Seiten. Eine Website mit vierzig Unterseiten, die alle dieselbe Vorlage nutzen, ist billiger als eine mit sechs Seiten, von denen jede eigenständig aufgebaut ist.
Herkunft der Inhalte. Wer Texte und Bilder liefert, spart den größten Einzelposten. Redaktionelle Arbeit kostet je Seite 80 bis 250 Euro, ein Fototermin 400 bis 1.500 Euro.
Funktionen jenseits von Inhalten. Formular, Buchungslogik, Mitgliederbereich, Shop, Mehrsprachigkeit. Jede Funktion ist ein eigener Posten mit eigener Prüfung und eigenem Wartungsanteil.
Grad der Individualisierung. Vorlage einfärben, Vorlage umbauen oder eigenes Gestaltungsraster entwickeln sind drei verschiedene Aufwände im Verhältnis von etwa 1 zu 3 zu 8.
Verantwortungsumfang. Ob der Dienstleister nur baut oder auch Struktur, Rechtstexte, Barrierefreiheit, Auffindbarkeit und Einweisung verantwortet.
Preisniveaus im Überblick
| Weg | Einmalig | Pro Jahr | Zeitaufwand bei Ihnen |
|---|---|---|---|
| Baukasten, selbst gebaut | 0 Euro | 120 bis 400 Euro | 10 bis 30 Stunden |
| CMS, selbst gebaut | 0 bis 200 Euro | 80 bis 350 Euro | 30 bis 80 Stunden |
| Freelancer, Standard-Theme | 500 bis 2.500 Euro | 100 bis 400 Euro | 5 bis 15 Stunden |
| Freelancer oder kleine Agentur mit Konzept | 3.000 bis 8.000 Euro | 300 bis 1.200 Euro | 10 bis 25 Stunden |
| Agentur, umfassendes Projekt | 8.000 bis 25.000 Euro | 600 bis 3.000 Euro | 20 bis 60 Stunden |
| Shop, klein | 1.500 bis 6.000 Euro | 500 bis 1.800 Euro | 20 bis 50 Stunden |
| Shop, mit Warenwirtschaft | ab 15.000 Euro | ab 2.000 Euro | erheblich |
Die Spalte rechts wird in Angeboten nie genannt und ist der Posten, der am häufigsten unterschätzt wird. Auch ein beauftragtes Projekt verlangt Zeit: Inhalte zusammenstellen, Entwürfe prüfen, Korrekturen benennen, Freigaben erteilen.
Drei durchgerechnete Beispiele
Handwerksbetrieb, fünf Seiten, Anfragen per Telefon
Anforderung: Startseite, Leistungen, Referenzen, Über uns, Kontakt. Fotos vom letzten Projekt vorhanden, Texte werden selbst geschrieben.
Weg Baukasten: 0 Euro einmalig, 15 Euro monatlich, Domain 15 Euro jährlich. Ergibt 195 Euro im ersten Jahr, dazu rund 20 Stunden eigene Arbeit. Rechtstexte über einen Generator, kostenlos bis 100 Euro.
Weg Freelancer: 900 bis 1.800 Euro einmalig für Aufbau mit angepasstem Theme, Hosting 8 Euro monatlich, Domain 15 Euro jährlich, keine Wartung. Ergibt rund 1.100 bis 2.000 Euro im ersten Jahr, dazu 6 Stunden eigene Arbeit.
Bewertung: Bei einem Betrieb, der über Empfehlung ausgelastet ist, ist der Baukasten die richtige Antwort. Bei einem Betrieb, der Aufträge über Suche gewinnen muss, ist die Differenz von etwa 1.500 Euro nach einem einzigen zusätzlichen Auftrag eingespielt.
Beratung mit Fachbeiträgen, 15 Seiten plus Blog
Anforderung: eigenes Erscheinungsbild, redaktionelle Texte für sechs Seiten, Blogfunktion mit Kategorien, Newsletter-Anmeldung, Terminbuchung.
Aufbau mit CMS und angepasstem Theme: 2.400 bis 4.000 Euro. Redaktion für sechs Seiten: 700 bis 1.400 Euro. Buchungsanbindung: 300 bis 800 Euro. Rechtstexte anwaltlich geprüft: 300 bis 600 Euro. Summe einmalig: 3.700 bis 6.800 Euro.
Laufend: Hosting 15 Euro monatlich, Domain 15 Euro jährlich, Theme-Lizenz 80 Euro jährlich, Buchungsdienst 12 Euro monatlich, Wartungsvertrag 40 Euro monatlich. Summe: rund 900 Euro jährlich.
Shop, 60 Artikel, Versand innerhalb Deutschlands
Gehostete Plattform, Standard-Design angepasst: 1.800 bis 3.500 Euro. Produktdaten und Bilder für 60 Artikel: 600 bis 1.800 Euro, abhängig davon, wie viel selbst geliefert wird. Rechtstexte mit Shop-Umfang, anwaltlich: 400 bis 900 Euro. Zahlungsanbindung einrichten: 200 bis 500 Euro. Summe einmalig: 3.000 bis 6.700 Euro.
Laufend: Plattform 40 Euro monatlich, Domain 15 Euro jährlich, Zahlungsgebühren rund 2 Prozent vom Umsatz, Rechtstexte-Aktualisierungsdienst 100 Euro jährlich. Bei 60.000 Euro Jahresumsatz ergibt das rund 1.800 Euro jährlich ohne Werbebudget.
Die Posten, die in Angeboten fehlen
- Texte und deren Abstimmungsrunden
- Fotos, entweder Termin oder Lizenzen
- Rechtstexte und deren Aktualisierung
- Barrierefreiheitsprüfung und Nachbesserung
- Weiterleitungen von alten Adressen bei einem Relaunch
- Einweisung und Dokumentation der Zugänge
- Wartung nach dem Livegang
Der fünfte Punkt ist bei einem Relaunch der teuerste vergessene Posten: Ohne Weiterleitungsplan verliert eine bestehende Seite Sichtbarkeit, und die Wiederherstellung kostet mehr als der Plan gekostet hätte. Siehe Relaunch-Kosten.
Wann welcher Weg wirtschaftlich ist
Eine einfache Rechnung, die die Entscheidung meist klärt: durchschnittlicher Auftragswert mal erwartete zusätzliche Aufträge pro Jahr.
Liegt das Ergebnis unter 1.000 Euro, ist der Baukasten die vernünftige Wahl. Liegt es zwischen 1.000 und 5.000 Euro, ist ein Freelancer mit angepasstem Theme angemessen. Liegt es darüber, rechnet sich ein Projekt mit Konzept, weil dann die Qualität der Seite unmittelbar auf den Umsatz durchschlägt.
Die Gegenrechnung ist genauso wichtig: Zwanzig Stunden eigene Arbeit sind bei einem abrechenbaren Stundensatz von 60 Euro ein Gegenwert von 1.200 Euro. Wer diesen Betrag nicht mit einrechnet, hält den Eigenbau für billiger, als er ist. Der direkte Vergleich der Wege steht in Agentur, Freelancer oder Selbstbau.