Die Frage, wer eine Website baut, wird meist über den Preis entschieden und sollte über das Risiko entschieden werden. Denn die relevanten Unterschiede zwischen den Wegen liegen nicht nur in der Rechnung, sondern darin, was passiert, wenn etwas nicht funktioniert.
Die vier Wege im direkten Vergleich
| Kriterium | Baukasten selbst | CMS selbst | Freelancer | Agentur |
|---|---|---|---|---|
| Einmalkosten | 0 Euro | 0 bis 200 Euro | 500 bis 8.000 Euro | 5.000 bis 25.000 Euro |
| Eigene Stunden | 10 bis 30 | 30 bis 80 | 5 bis 25 | 20 bis 60 |
| Bis zur Live-Seite | Tage | Wochen | 3 bis 8 Wochen | 6 Wochen bis 6 Monate |
| Gestaltungsniveau | Vorlage | Vorlage plus Anpassung | Vorlage bis eigenes Raster | eigenes Erscheinungsbild |
| Ausfallrisiko | keines | keines | eine Person | gering |
| Reaktionszeit später | selbst | selbst | Stunden bis Tage | vertraglich, oft Tage |
| Abhängigkeit | vom Anbieter | keine | von einer Person | vom Vertrag |
| Wer trägt Rechtspflichten | Sie | Sie | Sie | Sie |
Die letzte Zeile ist die, die am häufigsten missverstanden wird: Nach außen haftet immer der Betreiber der Website. Ein Dienstleister kann intern verantwortlich sein, aber Abmahnung, Beschwerde und behördliche Anfrage richten sich gegen den im Impressum genannten Anbieter. Siehe Recht.
Wann Selbstbau die richtige Antwort ist
- Der Umfang liegt unter zehn Seiten und wächst nicht absehbar.
- Es gibt keinen Bedarf an Buchungen, Shop oder Mitgliederbereich.
- Die Seite muss nicht messbar Aufträge erzeugen, sondern belegen, dass es den Betrieb gibt.
- Jemand im Haus hat Lust darauf. Das ist keine Nebenbedingung, sondern die entscheidende: Ein Eigenbau, den niemand freiwillig macht, wird nicht fertig.
- Das Budget liegt unter 1.000 Euro und soll dort bleiben.
Wer selbst baut, sollte den Baukasten dem eigenen CMS vorziehen, wenn keine technische Neigung vorhanden ist. Ein selbst betriebenes CMS ohne Update-Disziplin ist nach einem Jahr ein Sicherheitsproblem. Siehe Baukasten und CMS.
Wann ein Freelancer die richtige Antwort ist
Das ist für kleine und mittlere Betriebe der häufigste sinnvolle Weg. Vorteile: direkter Ansprechpartner, keine Zwischenebene, deutlich günstiger als eine Agentur bei vergleichbarer Qualität im Kernbereich.
Was man absichern sollte:
- Zugänge auf eigenen Namen. Domain, Hosting, CMS-Administrator laufen auf Ihr Konto, nicht auf das des Dienstleisters.
- Übergabe schriftlich vereinbaren. Welche Zugänge, welche Dateien, welche Dokumentation, zu welchem Zeitpunkt.
- Vertretung klären. Was passiert bei Krankheit oder Urlaub, wenn die Seite ausfällt.
- Nutzungsrechte. Sie brauchen das Recht, die Seite zu ändern und ändern zu lassen, auch von Dritten.
- Wartung separat. Ein eigener kleiner Vertrag oder ein Stundenkontingent, nicht “melde dich, wenn was ist”.
Punkt 1 ist der wichtigste und wird am häufigsten übersehen. Eine Domain, die auf den Dienstleister registriert ist, ist im Streitfall ein Faustpfand.
Wann eine Agentur die richtige Antwort ist
- Die Seite ist ein Vertriebskanal mit messbarem Umsatzbeitrag.
- Es sind mehrere Fachrichtungen nötig: Konzept, Text, Fotografie, Entwicklung, Auffindbarkeit.
- Es gibt Vorgaben aus einem bestehenden Erscheinungsbild oder Konzernrichtlinien.
- Verbindlichkeit und Ausfallsicherheit sind wichtiger als der Preis.
- Der Umfang ist so groß, dass eine Einzelperson ihn nicht in vertretbarer Zeit stemmt.
Was eine gute Agentur von einer teuren unterscheidet, zeigt sich schon in der Anfrage: Eine gute Agentur stellt Rückfragen zu Zielgruppe, Zweck und Erfolgsmessung, bevor sie einen Preis nennt. Wer auf eine E-Mail sofort mit einer Zahl antwortet, hat nicht verstanden, was gebaut werden soll, sondern rät.
Das Mietmodell, offen gerechnet
Angebote mit “Website ab 79 Euro im Monat, keine Einmalkosten” sind verbreitet und nicht per se unseriös. Man sollte nur wissen, was man kauft.
Bei 79 Euro monatlich über drei Jahre sind das 2.844 Euro. Dafür bekommt man üblicherweise eine Seite auf Vorlagenbasis, Hosting, kleine Änderungen und Wartung. Als Kauf hätte dieselbe Seite etwa 1.500 Euro gekostet, plus 300 Euro laufend über drei Jahre, also 1.800 Euro.
Der Aufpreis von rund 1.000 Euro kauft Bequemlichkeit und Änderungsservice. Das kann sich lohnen. Was er nicht kauft, ist Eigentum: Bei Kündigung bleibt in der Regel nichts. Deshalb gilt: Domain immer selbst registrieren, Texte und Bilder immer selbst archivieren. Dann ist die Kündigung ein Neubau, aber kein Totalverlust.
Kombinieren als wirtschaftlichste Variante
Für viele Projekte ist die Aufteilung besser als jede reine Variante:
Sie liefern: Zweck, Seitenstruktur, Texte, eigene Fotos, Impressumsangaben. Der Dienstleister liefert: Gestaltungsraster, technische Umsetzung, Barrierefreiheit, Performance, Einweisung.
Das senkt die Rechnung um den größten Posten, nämlich Inhalte, und hält die Qualität dort hoch, wo Fachwissen nötig ist. Die Voraussetzung ist eine klare Schnittstelle: ein Termin, bis zu dem die Inhalte vorliegen, und die Bereitschaft, ihn zu halten. Projekte, die auf Inhalte warten, laufen aus dem Zeitplan und werden teurer.
Was in ein vergleichbares Briefing gehört, steht im Briefing-Leitfaden. Wie man die eingehenden Angebote liest, in Angebot richtig lesen.