Die Kosten für den Bau einer Website stehen in einem Angebot. Die Kosten für den Betrieb stehen selten drin und laufen dafür jedes Jahr weiter. Diese Seite rechnet sie vollständig durch.
Die Posten im Überblick
| Posten | Pro Jahr | Anmerkung |
|---|---|---|
| Domain | 8 bis 20 Euro | pro Endung, im ersten Jahr oft inklusive |
| Hosting, statisch | 0 bis 60 Euro | für statische Builds |
| Hosting, Shared | 60 bis 180 Euro | für CMS-Seiten |
| Managed WordPress | 180 bis 720 Euro | Wartung enthalten |
| Baukasten-Abo | 120 bis 400 Euro | Hosting und SSL enthalten |
| Theme-Lizenz | 0 bis 100 Euro | oft jährliche Verlängerung |
| Plugin-Lizenzen | 0 bis 300 Euro | Formulare, Buchung, Backup |
| Wartungsvertrag | 200 bis 1.200 Euro | 20 bis 100 Euro monatlich |
| Rechtstexte-Aktualisierung | 0 bis 300 Euro | Muster bis Anwaltsdienst |
| Consent-Werkzeug | 0 bis 120 Euro | nur bei einwilligungspflichtigen Diensten |
| Bildlizenzen | 0 bis 400 Euro | eigene Fotos sind billiger und besser |
| Buchungs- oder Formulardienst | 0 bis 300 Euro | je nach Volumen |
| Zahlungsgebühren | 1,5 bis 3 Prozent | nur bei Shops, plus Festbetrag je Vorgang |
| Inhaltspflege | eigene Zeit | der größte reale Posten |
Drei Beispielbudgets
Handwerksbetrieb, Baukasten, fünf Seiten
Abo 15 Euro monatlich, Domain 15 Euro jährlich, Rechtstexte über einen Mustergenerator ohne Abo, keine Wartung, Pflege eine Stunde pro Quartal.
Summe: 195 Euro jährlich plus vier Stunden eigene Zeit.
Beratung, WordPress selbst betrieben, 20 Seiten plus Blog
Hosting 12 Euro monatlich, Domain 15 Euro jährlich, Theme-Lizenz 79 Euro jährlich, Formular-Plugin 49 Euro jährlich, Backup über den Hoster, Rechtstexte-Aktualisierungsdienst 120 Euro jährlich, Pflege und Updates zwei Stunden monatlich in Eigenleistung.
Summe: 407 Euro jährlich plus 24 Stunden eigene Zeit.
Mit eingekaufter Wartung statt Eigenleistung: plus 480 bis 720 Euro jährlich, dafür ohne die 24 Stunden.
Kleiner Shop, gehostete Plattform, 60 Artikel
Plattform 40 Euro monatlich, Domain 15 Euro jährlich, Rechtstexte mit Shop-Umfang und Aktualisierungsdienst 240 Euro jährlich, Zahlungsgebühren rund 2 Prozent plus 30 Cent je Vorgang, Pflege vier Stunden monatlich.
Bei 60.000 Euro Jahresumsatz und 800 Bestellungen: Zahlungsgebühren rund 1.440 Euro.
Summe: rund 2.175 Euro jährlich plus 48 Stunden eigene Zeit, ohne Werbebudget.
Die Posten, die überraschen
Aktionspreise, die auslaufen. Bei Hosting und Baukästen ist der Preis im ersten Jahr fast immer rabattiert. Der Verlängerungspreis steht in der Preisübersicht, häufig als Fußnote, und liegt nicht selten beim Doppelten.
Jährliche Lizenzverlängerungen. Viele Premium-Themes und Plugins werden als “einmalig gekauft” wahrgenommen, verlängern aber jährlich für Updates und Support. Ohne Verlängerung läuft das Produkt weiter, erhält aber keine Sicherheitsupdates mehr.
Domains, die vergessen werden. Wer fünf Schutz-Domains registriert hat, zahlt fünfmal jährlich. Nach zwei Jahren lohnt die Prüfung, welche davon tatsächlich gebraucht werden.
Der Zahlungsanbieter beim Shop. Der Festbetrag je Vorgang ist bei kleinen Warenkörben der relevante Teil: 30 Cent bei 8 Euro Bestellwert sind fast 4 Prozent.
Rechtstexte, die veralten. Gesetzesänderungen betreffen regelmäßig Shops. Ein Aktualisierungsdienst ist günstiger als eine Abmahnung, aber er ist ein laufender Posten.
Inhaltspflege: der Posten ohne Rechnung
Eine Website, die drei Jahre unverändert bleibt, verliert Sichtbarkeit und Glaubwürdigkeit, unabhängig davon, was sie gekostet hat. Der realistische Aufwand:
- Preise und Öffnungszeiten aktuell halten: eine Stunde im Quartal
- Neue Referenzen und Fotos: zwei Stunden im Quartal
- Bei einem CMS Updates und Prüfung: eine Stunde im Monat
- Neue Inhalte, wenn Sichtbarkeit wachsen soll: vier bis acht Stunden im Monat
Der letzte Punkt ist optional und der einzige, der Wachstum erzeugt. Die ersten drei erhalten den Bestand.
Wer weiß, dass diese Zeit nicht vorhanden ist, sollte bewusst eine Seite bauen, die sie nicht verlangt: wenige Seiten, keine Termine, keine Preise, die veralten, keine Blogfunktion. Eine ehrlich kleine Seite, die stimmt, ist besser als eine große, die halb veraltet ist.
Wie man die Rechnung im Angebot findet
Drei Fragen an jeden Anbieter, deren Antworten die laufenden Kosten offenlegen:
- Welche Posten fallen nach dem Livegang jährlich an, und in welcher Höhe?
- Welche Lizenzen verlängern sich, und was passiert ohne Verlängerung?
- Was kostet eine Änderung nach der Übergabe, und was ist im Wartungsvertrag enthalten?
Ein Anbieter, der diese drei Fragen präzise beantwortet, hat das Projekt durchdacht. Worauf beim Lesen des Angebots sonst zu achten ist, steht in Angebot richtig lesen.