Unabhängiges Portal ohne Agenturvertrieb. Wie dieses Portal finanziert wird

Hosting & Domains

Webhosting vergleichen: die Kriterien, die zählen

Webhosting richtig vergleichen: welche Kennzahlen wirklich entscheiden, welche irrelevant sind, was Tarife tatsächlich kosten und wie man ein Angebot vor dem Abschluss prüft.

Zuletzt geprüft: 26.07.2026 Lesezeit ca. 4 Minuten

Hosting-Vergleiche im Netz stellen Speicherplatz, Traffic und Preis nebeneinander. Alle drei sagen über die Qualität eines Angebots fast nichts. Diese Seite geht die Kriterien durch, die tatsächlich einen Unterschied machen, und beschreibt, wie man sie vor dem Abschluss prüft.

Was wirklich zählt

1. Serverleistung bei gleichzeitigen Zugriffen

Bei geteiltem Hosting laufen viele Projekte auf einer Maschine. Anbieter begrenzen deshalb, wie viele Prozesse ein Vertrag gleichzeitig ausführen darf, teils auch die verfügbare Rechenzeit und den Arbeitsspeicher pro Prozess.

Das ist die Kennzahl, die über die gefühlte Geschwindigkeit entscheidet, und sie steht selten in der Tarifübersicht. Erkennbar wird sie an Formulierungen in den Nutzungsbedingungen oder an einer Angabe wie “Entry Processes”. Praktisch prüft man sie, indem man eine Testinstallation aufsetzt und die Antwortzeit unter mehreren gleichzeitigen Aufrufen messen lässt.

2. Aktualität der Software

Prüfbar in der Tarifbeschreibung oder im Kundenbereich: aktuelle PHP-Version wählbar, aktuelle Datenbankversion, HTTP/2 oder HTTP/3, Brotli-Kompression, OPcache verfügbar. Ein Anbieter, der veraltete PHP-Versionen als Standard fährt, kostet Ladezeit und stellt ein Sicherheitsproblem dar.

3. Backups mit Selbstbedienung

Zwei Fragen: Wie oft wird gesichert, und können Sie selbst zurückspielen? Ein Backup, das nur über ein Support-Ticket wiederhergestellt wird, hilft am Wochenende nicht. Wünschenswert sind tägliche Sicherungen mit mindestens sieben Tagen Vorhaltezeit und einem Wiederherstellungsknopf im Kundenbereich.

4. Serverstandort und Auftragsverarbeitung

Standort innerhalb der EU vereinfacht die datenschutzrechtliche Prüfung erheblich. Der Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO ist Pflicht und sollte im Kundenkonto abrufbar sein, nicht auf Anfrage. Details in Serverstandort und DSGVO.

5. Support, der erreichbar ist

Nicht die versprochene Reaktionszeit, sondern die tatsächliche. Ein einfacher Test vor dem Abschluss: eine fachliche Frage per E-Mail stellen und die Antwortzeit sowie die Qualität der Antwort messen. Ein Anbieter ohne telefonischen Kontakt ist bei einem Totalausfall ein Risiko.

6. Anzahl der Domains und Datenbanken

Für ein einzelnes Projekt irrelevant, für mehrere Projekte entscheidend. Wichtig ist, dass jede Domain in ein eigenes Verzeichnis zeigt, damit sich Projekte nicht gegenseitig beeinflussen.

7. E-Mail-Funktionen

Eigene Postfächer mit ausreichend Speicherplatz, IMAP, und vor allem die Möglichkeit, SPF, DKIM und DMARC zu setzen. Ohne diese Einträge landen Nachrichten von der eigenen Domain im Spam. Siehe E-Mail mit eigener Domain.

Was nicht zählt

KennzahlWarum irrelevant
SpeicherplatzAktuelle Tarife bieten ein Vielfaches des Bedarfs
Unbegrenzter TrafficBegrenzt wird die Rechenleistung, nicht das Volumen
Anzahl der VorlagenBetrifft den mitgelieferten Baukasten, nicht das Hosting
Werbeversprechen zur GeschwindigkeitNicht überprüfbar, ohne selbst zu messen
Auszeichnungen und TestsiegelHäufig gekauft oder Jahre alt
Verfügbarkeitsangabe in ProzentOhne Vertragsstrafe eine Absichtserklärung

Preise realistisch einordnen

TarifklasseMonatlichPasst für
Einsteigertarif2 bis 6 Euroeine kleine Seite, wenig Besucher
Standardtarif6 bis 15 EuroCMS-Seite mit normalem Aufkommen
Leistungstarif15 bis 30 Euromehrere Projekte, höheres Aufkommen
Managed WordPress15 bis 60 EuroWordPress ohne eigene Wartung
Statisches Hosting0 bis 5 Eurostatische Builds, Landingpages

Zwei Effekte verschieben den echten Preis fast immer:

Aktionspreis im ersten Jahr. Bei nahezu allen Anbietern üblich. Entscheidend ist der Verlängerungspreis, der nicht selten das Doppelte beträgt. Er steht in der Preisübersicht, häufig als Fußnote.

Domain im Tarif enthalten. Meist nur im ersten Jahr, danach separat berechnet. Bei einem Tarif für 3 Euro monatlich mit “kostenloser” Domain ist die Domain ab Jahr zwei ein Aufschlag von rund 15 Euro jährlich.

Prüfliste vor dem Abschluss

  1. Verlängerungspreis nachgelesen, nicht nur den Aktionspreis
  2. PHP- und Datenbankversion geprüft
  3. Auftragsverarbeitungsvertrag gefunden und Serverstandort bestätigt
  4. Backup-Frequenz und Selbstbedienungs-Wiederherstellung bestätigt
  5. Kündigungsfrist und Laufzeit gelesen
  6. Umzugsunterstützung geprüft, sofern eine Seite mitkommt
  7. Eine Testfrage an den Support gestellt und die Antwort abgewartet

Punkt 7 dauert einen Tag und erspart im Ernstfall viel. Wer auf eine sachliche Frage eine Textbaustein-Antwort erhält, weiß, was bei einem Ausfall zu erwarten ist.

Nach dem Abschluss

Die ersten Schritte entscheiden, ob das Hosting später Probleme macht: SSL aktivieren und HTTPS erzwingen, eine Schreibweise als Original festlegen und die andere weiterleiten, E-Mail-Einträge setzen, Backup einmal testweise zurückspielen, und einen ersten Referenzwert für die Antwortzeit messen. Die vollständige Reihenfolge steht im Überblick unter Hosting und Domains, die Messung in Ladezeit messen.

Häufige Fragen

Wie viel Speicherplatz braucht eine Website?

Eine typische Firmenwebsite mit optimierten Bildern belegt 50 bis 500 Megabyte. Selbst ein umfangreiches Portal mit tausend Seiten bleibt meist unter fünf Gigabyte. Speicherplatz ist deshalb bei aktuellen Tarifen kein Auswahlkriterium mehr.

Was bedeutet unbegrenzter Traffic?

In der Regel, dass kein Volumen abgerechnet wird, wohl aber die Serverleistung begrenzt ist. Ein Tarif mit unbegrenztem Traffic, aber wenigen erlaubten gleichzeitigen Prozessen, wird bei Besucherspitzen langsam, ohne dass eine Grenze gemeldet wird.

Lohnt sich ein Jahresvertrag?

Preislich ja, meist 15 bis 30 Prozent. Vor dem ersten Jahresvertrag lohnt es sich aber, monatlich zu starten und die Antwortzeiten unter echter Last zu messen. Ein zwölfmonatiger Vertrag bei einem langsamen Anbieter ist teurer als der Preisvorteil.

Kann man Hosting und Domain trennen?

Ja, und es ist empfehlenswert. Die Domain bei einem Registrar im eigenen Konto, das Hosting separat. Damit ist ein Hosterwechsel eine DNS-Änderung statt eines Domain-Transfers.

Passt dazu

Einige Links auf diesem Portal sind Empfehlungslinks. Wird darüber ein Vertrag geschlossen, erhält IDA Webdesign unter Umständen eine Vergütung. Für Sie ändert sich am Preis nichts, und die Bewertung eines Anbieters hängt nicht davon ab. Inhalte zu Recht und Datenschutz sind allgemeine Orientierung und keine Rechtsberatung.