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Baukasten & CMS

CMS im Vergleich: WordPress, klassische Systeme, statisch, Headless

Content-Management-Systeme im Vergleich: WordPress, klassische Enterprise-Systeme, statische Generatoren und Headless-CMS mit Stärken, Grenzen, Wartungsaufwand und Kipppunkten.

Zuletzt geprüft: 26.07.2026 Lesezeit ca. 3 Minuten

Ein Content-Management-System trennt Inhalte von Darstellung. Diese Trennung ist der Grund, warum eine Website mit CMS wachsen, umgestaltet und umgezogen werden kann, ohne dass Inhalte neu getippt werden müssen. Die Systeme unterscheiden sich in der Frage, wie sie diese Trennung umsetzen und wer damit arbeiten kann.

Die vier Familien

WordPress und verwandte Systeme

Inhalte in einer Datenbank, Darstellung durch ein Theme, Funktionen durch Plugins, alles über eine Weboberfläche verwaltbar. Die Seite wird bei jedem Aufruf serverseitig zusammengebaut, sofern kein Cache davor liegt.

Stark bei: vielen Inhalten, mehreren Redakteuren, häufigen Änderungen, verfügbaren Fachkräften, großem Ökosystem für Sonderfälle.

Schwach bei: Wartungsfreiheit, Geschwindigkeit ohne Zusatzarbeit, sehr eigenen Layouts ohne Werkzeug oder Entwicklung.

Realistischer Aufwand: eine Stunde monatlich für Updates und Prüfung. Details in WordPress.

Klassische Enterprise-Systeme

Systeme wie TYPO3 oder Drupal sind auf große Strukturen, feingliedrige Rechte, mehrsprachige Bestände und lange Wartungszyklen ausgelegt. Sie verlangen mehr Einarbeitung und in der Regel professionelle Betreuung.

Stark bei: komplexen Rechte- und Freigabeprozessen, sehr großen Seitenbäumen, echter Mehrsprachigkeit, langen Support-Zeiträumen je Hauptversion.

Schwach bei: kleinen Projekten. Der Einarbeitungsaufwand steht bei unter fünfzig Seiten in keinem Verhältnis.

Statische Generatoren

Werkzeuge wie Astro, Hugo oder Eleventy erzeugen aus Inhaltsdateien und Vorlagen fertige HTML-Dateien. Diese werden ausgeliefert, ohne dass zur Laufzeit Code ausgeführt oder eine Datenbank befragt wird.

Stark bei: Geschwindigkeit von Haus aus, Sicherheit durch fehlende Angriffsfläche, minimalem Wartungsaufwand, sehr günstigem Hosting, Versionierung über Git.

Schwach bei: Redaktion ohne technisches Verständnis, Inhalten, die sich stündlich ändern, Funktionen, die serverseitige Logik brauchen.

Der eigentliche Kipppunkt: Wer pflegt die Inhalte? Bei einer Person mit technischem Zugang ist ein statischer Build die wartungsärmste Lösung überhaupt. Bei einem Team ohne Technikbezug braucht es ein Redaktionssystem davor. Details in Statische Generatoren.

Headless-CMS

Ein reines Redaktionssystem, das Inhalte über eine Schnittstelle bereitstellt. Die Darstellung übernimmt ein beliebiges Frontend, häufig ein statischer Generator. Damit kombiniert man komfortable Redaktion mit der Geschwindigkeit eines statischen Builds.

Stark bei: großen strukturierten Beständen, mehreren Ausspielkanälen wie Website und App, klarer Trennung von Inhalt und Darstellung, mehreren Redakteuren bei gleichzeitig hoher Geschwindigkeit.

Schwach bei: kleinen Projekten. Zwei Systeme bedeuten zwei Verträge, zwei Fehlerquellen und mehr Einarbeitung. Details in Headless-CMS.

Vergleich in Zahlen

KriteriumWordPressEnterpriseStatischHeadless
Einarbeitung Redaktiongeringhochhoch ohne Zusatzgering
Einarbeitung Technikgeringhochmittelmittel
Ladezeit ohne Optimierungmittelmittelsehr gutsehr gut
Wartungsaufwandmonatlichquartalsweisekaumgering
Angriffsflächevorhandenvorhandenminimalminimal im Frontend
Hosting pro Monat5 bis 25 Euro20 bis 200 Euro0 bis 10 Euro0 bis 100 Euro
Sinnvoll ab Seitenzahl1050550
Fachkräfte verfügbarsehr vielewenigewenigewenige

Die letzte Zeile ist ein unterschätztes Kriterium: Ein System, für das sich schwer jemand findet, wird zum Problem, sobald die Person wechselt, die es aufgesetzt hat.

Entscheidungspfad

Unter zehn Seiten, stabil, eine Person pflegt: statischer Generator, oder ein Baukasten, wenn keine technische Neigung vorhanden ist. Ein CMS wäre Aufwand ohne Nutzen. Siehe Homepage-Baukasten.

Zehn bis hundert Seiten, regelmäßige Beiträge, Redaktion ohne Technikbezug: WordPress. Das ist der Bereich, für den es gebaut wurde.

Über hundert Seiten, stark strukturiert, mehrere Redakteure, Geschwindigkeit wichtig: Headless-CMS mit statischem Frontend.

Konzernumfeld, mehrsprachig, feine Rechte, langer Lebenszyklus: Enterprise-System mit Dienstleister.

Shop: eigene Entscheidung, nicht über das CMS lösbar. Siehe Onlineshop.

Was die Systemwahl nicht löst

Kein System macht Inhalte gut, keines macht eine Struktur sinnvoll, und keines ersetzt die Entscheidung, was die Seite eigentlich erreichen soll. Der häufigste Fehler ist, eine inhaltliche Unklarheit als technische Frage zu behandeln und sie durch einen Systemwechsel lösen zu wollen.

Ein Wechsel kostet Geld, Zeit und in der Regel Sichtbarkeit. Er ist gerechtfertigt bei konkreten technischen Grenzen, bei nicht mehr tragbarem Wartungsaufwand oder wenn das System nicht mehr weiterentwickelt wird. Er ist nicht gerechtfertigt, weil ein anderes System moderner klingt. Siehe System wechseln.

Baukästen im direkten Vergleich

Die Systemwahl entscheidet über Jahre, nicht über Wochen. Entscheidend ist deshalb weniger der Editor als die Frage, was passiert, wenn das Projekt in drei Jahren woanders hin soll.

  1. Platz 1: Wix

    Marktführer

    Passt für: Wer maximale gestalterische Freiheit ohne Code will

    Freier Editor, riesiger App-Markt, alles aus einer Hand. Der Lock-in ist allerdings der härteste im Feld: Vorlagenwechsel unmöglich, Inhaltsexport nur rudimentär. Wer das akzeptiert, bekommt das umfangreichste System.

    ab ca. 13 €/Monat Zu Wix
  2. Platz 2: Jimdo

    Einfachster Einstieg

    Passt für: Einzelunternehmen und kleine Betriebe ohne Technikaffinität

    Deutscher Anbieter aus Hamburg, der geführte Modus baut aus wenigen Antworten eine fertige Seite. Genau deshalb stößt man auch schnell an Grenzen, sobald individuelle Layouts gefragt sind.

    ab ca. 9 €/Monat Zu Jimdo
  3. Platz 3: IONOS MyWebsite

    Bestes Paket

    Passt für: Wer Domain, Postfach und Seite in einer Rechnung will

    Weniger Designfreiheit als Wix, dafür das rundere Gesamtpaket samt Rechtstexten und Telefon-Support. Für Betriebsseiten mit klarem Zweck ist das häufig die pragmatischere Antwort.

    ab ca. 1 €/Monat im Einstiegsjahr Zu IONOS MyWebsite
  4. Platz 4: Squarespace

    Designqualität

    Passt für: Kreative Berufe, Gastronomie, Veranstaltungsorte

    Vorlagen auf Agenturniveau und ein Redaktionssystem, das Bilder ernst nimmt. Rechnet sich, wenn das Aussehen ein Verkaufsargument ist, und lohnt sonst kaum.

    ab ca. 16 €/Monat Zu Squarespace
  5. Platz 5: Webflow

    Für Profis

    Passt für: Designer und Entwicklerinnen mit Layout-Anspruch

    Kein Baukasten im üblichen Sinn, sondern eine visuelle Oberfläche über HTML und CSS. Extrem sauberer Code, aber eine Lernkurve, die für Selbstbauer ohne Vorkenntnisse zu steil ist.

    ab ca. 14 $/Monat Zu Webflow

Wie diese Liste zustande kommt

Sortiert wird nach dem Anwendungsfall, den der Bereich Baukasten & CMS behandelt, nicht nach Vergütung. Einzelne Ziele sind Partnerlinks: wird darüber ein Vertrag geschlossen, fließt eine Provision. Für Sie ändert sich der Preis dadurch nicht, und die Reihenfolge ändert sich dadurch auch nicht – auf mehreren Plätzen stehen Anbieter ohne Partnerprogramm. Preisangaben Stand 28.07.2026, ohne Gewähr. Maßgeblich ist immer der Preis beim Anbieter.

Häufige Fragen

Welches CMS ist das beste?

Keines für alle Fälle. WordPress für inhaltsgetriebene Seiten mit Redaktion, ein statischer Generator für stabile Inhalte und höchste Geschwindigkeit, ein Headless-System für große strukturierte Bestände mit mehreren Ausspielkanälen, ein Enterprise-System für Konzernanforderungen an Rechte und Prozesse.

Ist ein CMS ohne Datenbank sinnvoll?

Für viele Projekte ja. Statische Generatoren speichern Inhalte in Dateien und erzeugen daraus fertiges HTML. Das ergibt sehr schnelle, kaum angreifbare Seiten mit minimalem Wartungsaufwand. Der Preis ist eine weniger komfortable Redaktion ohne zusätzliches Werkzeug.

Wie viel Wartung braucht ein CMS?

WordPress etwa eine Stunde im Monat für Updates und Prüfung. Ein statischer Build praktisch keine, weil zur Laufzeit kein Code ausgeführt wird. Enterprise-Systeme deutlich mehr, dafür mit längeren Support-Zeiträumen je Version.

Kann man von einem CMS zu einem anderen wechseln?

Ja, im Gegensatz zu Baukästen. Inhalte liegen in einer Datenbank oder in Dateien und lassen sich exportieren. Aufwendig bleiben Design, Adressstruktur und die Weiterleitungen, die verhindern, dass Sichtbarkeit verloren geht.

Passt dazu

Einige Links auf diesem Portal sind Empfehlungslinks. Wird darüber ein Vertrag geschlossen, erhält IDA Webdesign unter Umständen eine Vergütung. Für Sie ändert sich am Preis nichts, und die Bewertung eines Anbieters hängt nicht davon ab. Inhalte zu Recht und Datenschutz sind allgemeine Orientierung und keine Rechtsberatung.