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Baukasten & CMS

WordPress oder Baukasten: die Entscheidung an fünf Fragen

WordPress oder Homepage-Baukasten: der direkte Vergleich nach Kosten, Aufwand, Freiheit und Ausstiegsrisiko, mit fünf Fragen, die die Entscheidung tatsächlich klären.

Zuletzt geprüft: 22.08.2026 Lesezeit ca. 3 Minuten

Die Frage kommt bei fast jedem kleinen Projekt, und die üblichen Antworten sind Lagerdenken. Tatsächlich lässt sich die Entscheidung an fünf Fragen klären, die nichts mit Vorlieben zu tun haben.

Frage 1: Wer pflegt die Seite, und ist er bereit zu warten?

Das ist die wichtigste Frage. WordPress verlangt monatlich etwa eine Stunde: Kern-, Theme- und Plugin-Updates, danach ein Funktionstest, gelegentlich das Ersetzen eines verwaisten Plugins. Wer das nicht leisten will, betreibt nach zwölf Monaten ein Sicherheitsrisiko.

Ein Baukasten hat diesen Aufwand nicht, weil der Anbieter ihn übernimmt. Das ist kein Nebenaspekt, sondern der Hauptunterschied im Alltag.

Antwort führt zu: Keine Wartungsbereitschaft, keine technische Person im Haus, häufig wechselnde Zuständigkeit → Baukasten. Alternativ Managed WordPress, wo die Wartung eingekauft wird, für 15 bis 60 Euro monatlich.

Frage 2: Wie viele Inhalte werden es?

Bis etwa zehn Seiten ist beides handhabbar. Ab etwa dreißig Inhalten mit Kategorien, Schlagwörtern und Übersichtsseiten spielt WordPress seine Stärke aus, weil es dafür gebaut wurde. Baukästen behandeln jede Seite tendenziell als Einzelstück, was ab einer bestimmten Menge unübersichtlich wird.

Antwort führt zu: Unter zehn Seiten, stabil → Baukasten. Regelmäßige Beiträge mit Struktur → WordPress.

Frage 3: Wie wahrscheinlich ist ein Wechsel in den nächsten fünf Jahren?

Bei WordPress liegen Inhalte in einer Datenbank und lassen sich exportieren. Bei einem Baukasten gibt es meist keinen vollständigen Export, sodass ein Wechsel bedeutet, die Seite neu aufzubauen.

Wer den Wechsel für wahrscheinlich hält, kauft bei WordPress Beweglichkeit. Wer die Seite bewusst als Wegwerf-Lösung für drei Jahre plant, kann in den Lock-in gehen.

Antwort führt zu: Wechsel wahrscheinlich, Seite soll wachsen → WordPress. Klar begrenzter Zeithorizont → Baukasten.

Frage 4: Braucht es etwas, das über Inhalte hinausgeht?

Buchungslogik mit Verfügbarkeiten, Mitgliederbereich, Kundengruppen mit eigenen Preisen, echte Mehrsprachigkeit mit getrennten Adressen, Shop mit Varianten: Hier ist WordPress mit passenden Erweiterungen deutlich weiter. Baukästen bieten solche Funktionen entweder gar nicht, im höheren Tarif oder in einer vereinfachten Form.

Der häufigste Stolperstein ist Mehrsprachigkeit: Bei Baukästen oft aufpreispflichtig und ohne saubere Sprachkennzeichnung.

Antwort führt zu: Sonderfunktionen nötig → WordPress. Nur Inhalte und ein Formular → Baukasten.

Frage 5: Wie eigen soll die Gestaltung sein?

Baukästen arbeiten mit Vorlagen, die sich in Farben, Schriften und Anordnung anpassen lassen, aber einen erkennbaren Rahmen haben. WordPress erlaubt mit einem eigenen Theme praktisch jede Gestaltung, zum Preis von Entwicklungsaufwand.

Für eine Firmenwebsite mit klarer Struktur ist der Vorlagenrahmen selten eine echte Einschränkung. Für ein Projekt mit eigenem Erscheinungsbild und besonderen Layoutanforderungen ist er es. Wie individuelle WordPress-Umsetzungen in einem regionalen Markt konkret aussehen, zeigt der Praxisüberblick zu Webdesign in Mannheim aus technischer WordPress-Perspektive.

Antwort führt zu: Vorlage genügt → Baukasten. Eigenes Erscheinungsbild nötig → WordPress mit Entwicklung.

Kosten im Nebeneinander

PostenBaukastenWordPress selbstManaged WordPress
Einmalig0 Euro0 bis 200 Euro0 bis 200 Euro
Hostingim Abo60 bis 240 Euro/Jahr180 bis 720 Euro/Jahr
Abo120 bis 400 Euro/Jahr
Domain0 bis 20 Euro/Jahr8 bis 20 Euro/Jahr8 bis 20 Euro/Jahr
Lizenzen0 bis 300 Euro/Jahr0 bis 300 Euro/Jahr
Wartungkeineeigene Zeitinklusive
Summe Jahr 1120 bis 420 Euro70 bis 560 Euro190 bis 1.040 Euro

Die Zahlen liegen näher zusammen, als die Diskussion vermuten lässt. Der Unterschied liegt nicht im Preis, sondern in der Verteilung von Aufwand und Freiheit.

Die kurze Antwort

Baukasten, wenn: unter zehn Seiten, keine Sonderfunktionen, keine Wartungsbereitschaft, Vorlage genügt, Zeithorizont überschaubar.

WordPress, wenn: regelmäßige Inhalte, Struktur mit Kategorien, Sonderfunktionen, eigenes Erscheinungsbild, Wechselmöglichkeit soll erhalten bleiben, und jemand pflegt.

Managed WordPress, wenn die zweite Liste zutrifft, aber die Wartungsbereitschaft fehlt. Das ist der am häufigsten übersehene mittlere Weg.

Keines von beiden, wenn die Inhalte stabil sind und technisches Interesse vorhanden ist: Ein statischer Build ist dann schneller, sicherer und billiger. Siehe Statische Generatoren.

Baukästen im direkten Vergleich

Die Systemwahl entscheidet über Jahre, nicht über Wochen. Entscheidend ist deshalb weniger der Editor als die Frage, was passiert, wenn das Projekt in drei Jahren woanders hin soll.

  1. Platz 1: Wix

    Marktführer

    Passt für: Wer maximale gestalterische Freiheit ohne Code will

    Freier Editor, riesiger App-Markt, alles aus einer Hand. Der Lock-in ist allerdings der härteste im Feld: Vorlagenwechsel unmöglich, Inhaltsexport nur rudimentär. Wer das akzeptiert, bekommt das umfangreichste System.

    ab ca. 13 €/Monat Zu Wix
  2. Platz 2: Jimdo

    Einfachster Einstieg

    Passt für: Einzelunternehmen und kleine Betriebe ohne Technikaffinität

    Deutscher Anbieter aus Hamburg, der geführte Modus baut aus wenigen Antworten eine fertige Seite. Genau deshalb stößt man auch schnell an Grenzen, sobald individuelle Layouts gefragt sind.

    ab ca. 9 €/Monat Zu Jimdo
  3. Platz 3: IONOS MyWebsite

    Bestes Paket

    Passt für: Wer Domain, Postfach und Seite in einer Rechnung will

    Weniger Designfreiheit als Wix, dafür das rundere Gesamtpaket samt Rechtstexten und Telefon-Support. Für Betriebsseiten mit klarem Zweck ist das häufig die pragmatischere Antwort.

    ab ca. 1 €/Monat im Einstiegsjahr Zu IONOS MyWebsite
  4. Platz 4: Squarespace

    Designqualität

    Passt für: Kreative Berufe, Gastronomie, Veranstaltungsorte

    Vorlagen auf Agenturniveau und ein Redaktionssystem, das Bilder ernst nimmt. Rechnet sich, wenn das Aussehen ein Verkaufsargument ist, und lohnt sonst kaum.

    ab ca. 16 €/Monat Zu Squarespace
  5. Platz 5: Webflow

    Für Profis

    Passt für: Designer und Entwicklerinnen mit Layout-Anspruch

    Kein Baukasten im üblichen Sinn, sondern eine visuelle Oberfläche über HTML und CSS. Extrem sauberer Code, aber eine Lernkurve, die für Selbstbauer ohne Vorkenntnisse zu steil ist.

    ab ca. 14 $/Monat Zu Webflow

Wie diese Liste zustande kommt

Sortiert wird nach dem Anwendungsfall, den der Bereich Baukasten & CMS behandelt, nicht nach Vergütung. Einzelne Ziele sind Partnerlinks: wird darüber ein Vertrag geschlossen, fließt eine Provision. Für Sie ändert sich der Preis dadurch nicht, und die Reihenfolge ändert sich dadurch auch nicht – auf mehreren Plätzen stehen Anbieter ohne Partnerprogramm. Preisangaben Stand 28.07.2026, ohne Gewähr. Maßgeblich ist immer der Preis beim Anbieter.

Häufige Fragen

Ist WordPress kostenlos?

Die Software ja, der Betrieb nicht. Hosting, Domain, gegebenenfalls Theme- und Plugin-Lizenzen ergeben 80 bis 350 Euro jährlich, dazu der Zeitaufwand für Updates. Bei einem Baukasten steht dieselbe Summe im Abo, dafür ohne Wartungsaufwand.

Ist ein Baukasten schlechter für Google?

Nein, das ist ein überholtes Argument. Aktuelle Baukästen liefern eigene Titel und Beschreibungen, sprechende Adressen, Sitemaps und Weiterleitungen. Die Grenzen liegen bei feinen technischen Eingriffen, die kleine Projekte nie brauchen.

Kann man mit WordPress schneller sein als mit einem Baukasten?

Ja, aber nur mit Arbeit. Ein schlankes Theme plus Caching und Bildoptimierung schlägt einen schweren Baukasten. Ein Multipurpose-Theme mit Pagebuilder ist dagegen häufig langsamer als ein guter Baukasten.

Was, wenn ich mich nicht entscheiden kann?

Dann entscheidet die Frage nach der Pflege. Wer nicht bereit ist, monatlich eine Stunde für Updates einzuplanen, sollte keinen selbst betriebenen WordPress-Auftritt starten. Diese eine Frage klärt die meisten Fälle.

Passt dazu

Einige Links auf diesem Portal sind Empfehlungslinks. Wird darüber ein Vertrag geschlossen, erhält IDA Webdesign unter Umständen eine Vergütung. Für Sie ändert sich am Preis nichts, und die Bewertung eines Anbieters hängt nicht davon ab. Inhalte zu Recht und Datenschutz sind allgemeine Orientierung und keine Rechtsberatung.