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Baukasten & CMS

Homepage-Baukasten: Auswahlkriterien und der ehrliche Vergleich

Website-Baukästen im Vergleich: welche Kriterien wirklich entscheiden, was Abos kosten, wo der Lock-in weh tut und für welche Projekte ein Baukasten die richtige Wahl ist.

Zuletzt geprüft: 22.08.2026 Lesezeit ca. 4 Minuten

Website-Baukästen haben in den letzten Jahren den Bereich, für den sie taugen, deutlich ausgeweitet. Für eine Firmenwebsite mit fünf bis fünfzehn Seiten sind sie heute nicht die Notlösung, sondern häufig die vernünftigste Wahl. Was sie nicht können, ist genauso klar umrissen und sollte vor dem Abo bekannt sein.

Die sieben Kriterien, die zählen

Vergleichstabellen im Netz vergleichen fast immer Speicherplatz, Vorlagenanzahl und Preis. Alle drei sind nahezu irrelevant. Entscheidend ist Folgendes:

1. Exportfähigkeit. Was lässt sich mitnehmen, wenn Sie gehen? Texte einzeln, Bilder einzeln, oder gar nichts? Das ist das teuerste Kriterium und steht in keiner Werbung.

2. Eigene Domain im ersten bezahlten Tarif. Manche Anbieter verlangen dafür einen höheren Tarif. Das verschiebt den echten Preis.

3. Redaktionelle Struktur. Gibt es Kategorien, Schlagwörter, Übersichtsseiten, oder ist jede Seite ein Einzelstück? Ab etwa zwanzig Inhalten entscheidet das über die Pflegbarkeit.

4. Sichtbarkeitsfunktionen. Eigener Titel und eigene Beschreibung je Seite, sprechende Adressen, Weiterleitungen einrichtbar, Sitemap vorhanden. Das ist Standard geworden, sollte aber geprüft werden.

5. Datenschutzfähigkeit. Serverstandort, Auftragsverarbeitungsvertrag im Kundenkonto, Kontrolle darüber, welche externen Dienste eingebunden werden. Ein Baukasten, der ungefragt Schriften und Analysewerkzeuge von Dritten lädt, verlagert das Problem zu Ihnen.

6. Barrierefreiheit der Vorlagen. Seit Juni 2025 relevant für alle, die online Verträge schließen. Prüfbar an Kontrasten, Fokusdarstellung und Tastaturbedienung in der Demo. Siehe Barrierefreiheit.

7. Mehrsprachigkeit, falls nötig. Der Punkt, an dem Baukästen am häufigsten enttäuschen: oft als Aufpreis, oft ohne saubere Sprachkennzeichnung, oft ohne getrennte Adressen je Sprache.

Preisstruktur realistisch

Die üblichen Tarife liegen zwischen 8 und 35 Euro monatlich bei Jahreszahlung. Was den Endpreis verschiebt:

FaktorEffekt
Jahres- statt Monatszahlung15 bis 30 Prozent günstiger
Erstes Jahr als AktionspreisVerlängerung oft doppelt so teuer
Domain im Tarif enthaltenab dem zweiten Jahr meist berechnet
Shop-Funktion15 bis 40 Euro monatlich Aufpreis
Mehrsprachigkeitoft nur im höheren Tarif
Mehrere Redakteureoft nur im höheren Tarif

Der entscheidende Punkt: Der Preis im zweiten Jahr ist der echte Preis. Aktionstarife im ersten Jahr sind bei nahezu allen Anbietern üblich und verzerren jeden Vergleich, der nur das Startjahr betrachtet.

Wo der Lock-in konkret weh tut

Ein Baukasten wird bequem betreten und teuer verlassen. Die Punkte in der Reihenfolge ihres Schmerzes:

  1. Inhalte. Ohne vollständigen Export muss jede Seite neu getippt werden. Bei dreißig Seiten sind das mehrere Arbeitstage.
  2. Adressstruktur. Wechselt das System, ändern sich häufig alle Adressen. Ohne Weiterleitungen gehen Rankings verloren.
  3. Formularmeldungen. Anfragen aus der Vergangenheit liegen im System des Anbieters, oft ohne Export.
  4. Bilder. Häufig in anbietereigenen Größen; die Originale fehlen, wenn sie nie separat gesichert wurden.
  5. Design. Nicht übertragbar. Das ist der Punkt, der am wenigsten schmerzt, weil ein Neubau ohnehin neu gestaltet.

Die Gegenmaßnahme kostet nichts und gehört ab Tag eins zur Routine: Domain im eigenen Konto, Texte zusätzlich in einem Dokument, Originalbilder in einem Ordner, Anfragen per Weiterleitung zusätzlich ins eigene Postfach. Damit wird jeder Wechsel von einem Datenverlust zu einer Fleißarbeit. Details in System wechseln.

Für welche Projekte ein Baukasten die richtige Wahl ist

Passend:

  • Firmenwebsite mit fünf bis fünfzehn Seiten und stabilen Inhalten
  • Ferienwohnung oder Pension mit Anfrageformular
  • Praxis oder Kanzlei ohne redaktionellen Anspruch
  • Verein mit wechselnden Ehrenamtlichen, weil Übergaben einfach bleiben
  • Landingpage oder Projektseite mit klarer Aufgabe
  • Erste Website, wenn schnell etwas Vorzeigbares nötig ist

Nicht passend:

  • Mehr als etwa fünfzig Inhalte, die strukturiert und verschlagwortet werden müssen
  • Redaktioneller Betrieb mit mehreren Autoren und Freigabeprozessen
  • Anforderungen an sehr kurze Ladezeiten in einem umkämpften Umfeld
  • Mehrsprachigkeit über zwei Sprachen hinaus
  • Shop, der über einfache Artikel hinausgeht
  • Projekte, die absehbar fünf Jahre und länger wachsen sollen

Wer sich in der zweiten Liste wiederfindet, landet meist beim Beauftragen statt beim Selbstbau. Was das im regionalen Markt realistisch kostet und worauf bei der Anbieterwahl zu achten ist, zeigt beispielhaft der Ratgeber zum Website erstellen lassen in Mannheim.

Die Auswahl in vier Schritten

  1. Testen mit eigenen Inhalten, nicht mit Demo-Inhalten. Drei echte Seiten mit echten Texten und echten Bildern anlegen. Erst dann zeigt sich, ob das Werkzeug zur Arbeitsweise passt.
  2. Auf dem Telefon prüfen. Nicht die Vorschau, sondern die veröffentlichte Testseite auf einem echten Gerät.
  3. Ladezeit der Testseite messen. Ein Baukasten mit schwerem Vorlagen-Unterbau ist auch mit optimierten Bildern langsam. Siehe Ladezeit messen.
  4. Ausstieg prüfen, bevor Sie einsteigen. In der Hilfe des Anbieters nach “Export” suchen. Was dort steht, ist der Preis des Ausstiegs.

Schritt 4 ist der, der am seltensten gemacht wird und die größte Wirkung hat. Der direkte Vergleich zu WordPress steht in WordPress oder Baukasten.

Baukästen im direkten Vergleich

Die Systemwahl entscheidet über Jahre, nicht über Wochen. Entscheidend ist deshalb weniger der Editor als die Frage, was passiert, wenn das Projekt in drei Jahren woanders hin soll.

  1. Platz 1: Wix

    Marktführer

    Passt für: Wer maximale gestalterische Freiheit ohne Code will

    Freier Editor, riesiger App-Markt, alles aus einer Hand. Der Lock-in ist allerdings der härteste im Feld: Vorlagenwechsel unmöglich, Inhaltsexport nur rudimentär. Wer das akzeptiert, bekommt das umfangreichste System.

    ab ca. 13 €/Monat Zu Wix
  2. Platz 2: Jimdo

    Einfachster Einstieg

    Passt für: Einzelunternehmen und kleine Betriebe ohne Technikaffinität

    Deutscher Anbieter aus Hamburg, der geführte Modus baut aus wenigen Antworten eine fertige Seite. Genau deshalb stößt man auch schnell an Grenzen, sobald individuelle Layouts gefragt sind.

    ab ca. 9 €/Monat Zu Jimdo
  3. Platz 3: IONOS MyWebsite

    Bestes Paket

    Passt für: Wer Domain, Postfach und Seite in einer Rechnung will

    Weniger Designfreiheit als Wix, dafür das rundere Gesamtpaket samt Rechtstexten und Telefon-Support. Für Betriebsseiten mit klarem Zweck ist das häufig die pragmatischere Antwort.

    ab ca. 1 €/Monat im Einstiegsjahr Zu IONOS MyWebsite
  4. Platz 4: Squarespace

    Designqualität

    Passt für: Kreative Berufe, Gastronomie, Veranstaltungsorte

    Vorlagen auf Agenturniveau und ein Redaktionssystem, das Bilder ernst nimmt. Rechnet sich, wenn das Aussehen ein Verkaufsargument ist, und lohnt sonst kaum.

    ab ca. 16 €/Monat Zu Squarespace
  5. Platz 5: Webflow

    Für Profis

    Passt für: Designer und Entwicklerinnen mit Layout-Anspruch

    Kein Baukasten im üblichen Sinn, sondern eine visuelle Oberfläche über HTML und CSS. Extrem sauberer Code, aber eine Lernkurve, die für Selbstbauer ohne Vorkenntnisse zu steil ist.

    ab ca. 14 $/Monat Zu Webflow

Wie diese Liste zustande kommt

Sortiert wird nach dem Anwendungsfall, den der Bereich Baukasten & CMS behandelt, nicht nach Vergütung. Einzelne Ziele sind Partnerlinks: wird darüber ein Vertrag geschlossen, fließt eine Provision. Für Sie ändert sich der Preis dadurch nicht, und die Reihenfolge ändert sich dadurch auch nicht – auf mehreren Plätzen stehen Anbieter ohne Partnerprogramm. Preisangaben Stand 28.07.2026, ohne Gewähr. Maßgeblich ist immer der Preis beim Anbieter.

Häufige Fragen

Sind Baukästen schlecht für die Auffindbarkeit?

Nein, das war einmal ein Problem und ist heute keines mehr. Aktuelle Baukästen erzeugen sauberes Markup, eigene Titel und Beschreibungen, Sitemaps und Weiterleitungen. Die Grenzen liegen bei feinen technischen Eingriffen, die die meisten Projekte nie brauchen.

Kann ich beim Baukasten eine eigene Domain nutzen?

Ja, bei allen relevanten Anbietern. Wichtig ist, die Domain separat im eigenen Konto zu registrieren und nur mit dem Baukasten zu verbinden. Eine über den Baukasten registrierte Domain macht den späteren Wechsel unnötig kompliziert.

Was passiert mit meiner Seite, wenn ich das Abo kündige?

Sie geht offline. Ein vollständiger Export der Seite ist bei den meisten Anbietern nicht möglich, häufig lassen sich nur Texte und Bilder einzeln herunterladen. Deshalb sollten Inhalte parallel außerhalb des Systems liegen.

Lohnt sich der kostenlose Tarif?

Nur zum Ausprobieren. Kostenlose Tarife arbeiten mit einer Subdomain und zeigen meist Anbieterwerbung. Für ein geschäftliches Angebot ist beides nicht tragbar, und der Wechsel in den bezahlten Tarif ist dann eine Formalie.

Passt dazu

Einige Links auf diesem Portal sind Empfehlungslinks. Wird darüber ein Vertrag geschlossen, erhält IDA Webdesign unter Umständen eine Vergütung. Für Sie ändert sich am Preis nichts, und die Bewertung eines Anbieters hängt nicht davon ab. Inhalte zu Recht und Datenschutz sind allgemeine Orientierung und keine Rechtsberatung.