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Onlineshop

Produktseiten: die eigentliche Verkaufsfläche

Was eine Produktseite enthalten muss, damit gekauft wird: Bilder, die Fragen beantworten, vollständige Preisangaben, Beschreibung in zwei Ebenen und die häufigsten Fehler.

Zuletzt geprüft: 26.07.2026 Lesezeit ca. 3 Minuten

Nicht die Startseite entscheidet über den Umsatz eines Shops, sondern die Produktseite. Dort fällt der Kaufentschluss, und dort werden die meisten Zweifel entweder ausgeräumt oder nicht.

Bilder: die Fragen beantworten, die tatsächlich gestellt werden

Ein einzelnes freigestelltes Produktfoto beantwortet keine der Fragen, die vor einem Kauf entstehen. Gebraucht werden:

  1. Gesamtansicht, freigestellt, als Hauptbild
  2. Zweite Perspektive, Rückseite oder Seitenansicht
  3. Detail, das Material, Verarbeitung oder Anschluss zeigt
  4. Größenbezug, das Produkt neben einem bekannten Gegenstand oder mit Maßangaben im Bild
  5. Im Gebrauch, damit die Anwendung erkennbar ist
  6. Lieferumfang, wenn mehrere Teile enthalten sind

Punkt 4 ist der, der am häufigsten fehlt und die häufigste Ursache für Rücksendungen ist. Eine Maßangabe im Text wird überlesen, ein Größenbezug im Bild nicht.

Bei Varianten sollte jede Variante ihr eigenes Bild haben. Ein Farbfeld ohne Bild lässt die Kundschaft raten.

Die technische Seite: richtige Pixelbreite, modernes Format, Zoom-Möglichkeit bei Details. Siehe Bilder optimieren.

Preis: vollständig und ohne Überraschung

Was auf die Produktseite gehört:

  • Endpreis mit Hinweis, dass die Umsatzsteuer enthalten ist
  • Versandkosten, mindestens als Verlinkung, besser als konkrete Angabe
  • Grundpreis bei Waren nach Gewicht, Volumen, Länge oder Fläche
  • Bei Preissenkungen der niedrigste Preis der letzten 30 Tage als Bezugsgröße
  • Lieferzeit, konkret in Tagen, nicht als “sofort lieferbar” ohne Zeitangabe

Die Regel dahinter ist einfach: Jede Zahl, die erst im Warenkorb auftaucht, ist eine Überraschung, und Überraschungen im letzten Schritt sind die Hauptursache für Abbrüche. Siehe Pflichtangaben im Shop.

Beschreibung in zwei Ebenen

Oben, drei bis fünf Zeilen für die schnelle Entscheidung: Was ist das, für wen, was ist das Besondere. Diese Zeilen entscheiden, ob weitergelesen wird.

Darunter die vollständigen Angaben für die genaue Prüfung: Maße, Gewicht, Material, Lieferumfang, Kompatibilität, Pflege, Herkunft. Als Tabelle, weil so gesucht wird.

Was nicht funktioniert:

  • Herstellertexte, wortgleich wie bei allen anderen Händlern
  • Adjektivketten ohne Substanz
  • Ein Absatz Text ohne Struktur, in dem die Maße irgendwo stehen
  • Angaben nur im Bild, weil sie dann nicht auffindbar sind

Die Frage, die vor dem Kauf offen bleibt

Bei fast jedem Produkt gibt es eine letzte Frage, und sie unterscheidet sich je Kategorie:

KategorieDie offene Frage
KleidungPasst die Größe?
TechnikIst es mit meinem Gerät kompatibel?
MöbelPasst es in meinen Raum, und wie wird geliefert?
VerbrauchsgüterWie lange hält eine Packung?
WerkzeugReicht die Leistung für meinen Zweck?
GeschenkeKommt es rechtzeitig an?

Diese Frage gehört auf die Produktseite, sichtbar, mit einer konkreten Antwort. Wer sie beantwortet, verkauft mehr und bekommt weniger Rücksendungen. Was die tatsächliche Frage ist, steht in den eigenen Kundenanfragen.

Vertrauen und Nachweise

Echte Bewertungen, mit Datum und möglichst mit Angabe zum konkreten Anwendungsfall. Sie beantworten Fragen, die der Produkttext nicht beantwortet.

Keine erfundenen Bewertungen. Abgesehen von der rechtlichen Bewertung sind sie erkennbar: gleicher Schreibstil, gleicher Zeitraum, keine Kritik.

Rückgabe klar benannt, direkt auf der Seite.

Kontaktweg für Rückfragen, sichtbar. Bei erklärungsbedürftigen Produkten der wichtigste Vertrauensfaktor.

Verfügbarkeit ehrlich. Ein Artikel, der als lieferbar gekennzeichnet ist und in drei Wochen kommt, erzeugt eine Beschwerde und eine schlechte Bewertung.

Barrierefreiheit auf der Produktseite

Shops fallen regelmäßig unter das BFSG. Auf der Produktseite besonders relevant:

  • Varianten-Auswahl mit der Tastatur bedienbar
  • Farbvarianten nicht allein über Farbe kodiert, sondern mit Namen
  • Mengenfelder mit echter Beschriftung
  • Produktbilder mit Alternativtexten, die den Artikel beschreiben
  • Zoom-Funktion tastaturbedienbar
  • Preis und Verfügbarkeit als Text, nicht als Bild

Siehe BFSG-Pflichten.

Die häufigsten Fehler

  1. Ein Bild statt sechs
  2. Kein Größenbezug
  3. Versandkosten erst im Warenkorb
  4. Herstellertext übernommen
  5. Maße nur im Bild
  6. Lieferzeit unbestimmt
  7. Rückgabe nur in den Rechtstexten
  8. Varianten ohne eigenes Bild
  9. Kein Kontaktweg für Rückfragen
  10. Bewertungen ohne echte Grundlage

Die Punkte 1 bis 3 verursachen erfahrungsgemäß den größten Teil der Abbrüche und sind an einem Tag zu beheben.

Häufige Fragen

Wie viele Produktbilder braucht man?

Vier bis sechs pro Artikel: Gesamtansicht, Rückseite oder zweite Perspektive, ein Detail, das Material oder Verarbeitung zeigt, ein Bild mit Größenbezug und eines im Gebrauch. Ein einzelnes freigestelltes Foto beantwortet die Fragen nicht, die zum Kauf nötig sind.

Soll man Produkttexte vom Hersteller übernehmen?

Besser nicht. Sie stehen wortgleich bei allen Händlern, was für die Auffindbarkeit ein Nachteil ist, und sie beantworten nicht die Fragen Ihrer Kundschaft. Als Datengrundlage brauchbar, als Text nicht.

Wo gehört der Hinweis auf die Rückgabe hin?

Direkt auf die Produktseite, nicht nur in die Rechtstexte. Die Rückgabefrage ist bei vielen Käufen die letzte offene, und wer sie erst im Fußbereich beantwortet, verliert Käufer im Zweifel.

Sind Bewertungen wichtig?

Echte Bewertungen ja, weil sie die Fragen beantworten, die der Text nicht beantwortet. Erfundene oder gekaufte Bewertungen sind rechtlich problematisch und werden von Kundschaft erkannt, weil das Muster auffällt.

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