Shops haben andere SEO-Probleme als Inhaltsseiten. Nicht der Text ist die Schwierigkeit, sondern die Struktur: viele ähnliche Seiten, Filter, die beliebig viele Adressen erzeugen, Kategorien ohne eigenen Inhalt und Produkte, die auslaufen und Adressen hinterlassen.
Kategorieseiten sind die Zielseiten
Die wichtigste Erkenntnis: Für allgemeine Suchen ranken Kategorieseiten, nicht Produktseiten. Wer nach einer Produktgattung sucht, will eine Auswahl, kein einzelnes Modell.
Genau diese Seiten bestehen in vielen Shops nur aus einem Raster von Produktbildern, ohne jeden eigenen Text. Was hineingehört:
- Ein Einführungstext oben, drei bis fünf Zeilen, der sagt, was es hier gibt und für wen
- Eine H1, die den Kategoriebegriff enthält
- Ein weiterführender Text unterhalb der Produkte, der Auswahlkriterien erklärt: Worauf achten, welche Varianten gibt es, für welchen Zweck welche
- Verlinkung auf Unterkategorien und auf verwandte Kategorien
- Antworten auf häufige Fragen zur Kategorie
Der Text unterhalb der Produkte ist bewährt, weil er den Nutzer nicht vom Angebot fernhält und trotzdem Inhalt liefert. Wichtig ist, dass er tatsächlich etwas erklärt und keine Keyword-Wiederholung ist.
Filter und Parameter
Ein Filtersystem mit fünf Merkmalen erzeugt hunderte Kombinationen, jede mit eigener Adresse und nahezu identischem Inhalt. Was zu tun ist:
| Adresstyp | Behandlung |
|---|---|
| Kategorie ohne Filter | indexieren |
| Ein Filter, nach dem gesucht wird | als eigene Kategorieseite ausbauen und indexieren |
| Filterkombination | nicht indexieren |
| Sortierreihenfolge | nicht indexieren, kanonisch auf die Grundadresse |
| Seitennummerierung | indexieren |
| Kampagnenparameter | kanonisch auf die Grundadresse |
| Interne Suchergebnisse | in der robots.txt sperren |
Die zweite Zeile ist die Chance: Wenn nach einer Marke innerhalb einer Kategorie tatsächlich gesucht wird, verdient diese Kombination eine eigene Seite mit eigenem Text, eigener H1 und eigenem Titel. Das ist der Unterschied zwischen einer Filteransicht und einer Zielseite.
Ausgelaufene Produkte
Bei jedem Shop laufen Artikel aus. Die Behandlung entscheidet darüber, ob die aufgebaute Sichtbarkeit erhalten bleibt:
- Nachfolgeartikel vorhanden: dauerhaft dorthin weiterleiten, mit Hinweis auf der Zielseite
- Kein Nachfolger, aber passende Kategorie: dorthin weiterleiten
- Artikel kommt zurück: Seite bestehen lassen, als nicht verfügbar kennzeichnen, Benachrichtigungsfunktion anbieten
- Weder Nachfolger noch Kategorie: Fehlerseite mit Code 404, oder Code 410 bei dauerhafter Entfernung
Was nicht funktioniert: alle ausgelaufenen Artikel pauschal auf die Startseite leiten. Das wird wie eine Fehlerseite behandelt und verschenkt jedes Signal.
Fall 3 wird häufig übersehen und ist bei saisonaler Ware der richtige: Eine Seite, die seit drei Jahren rankt, sollte nicht jedes Jahr gelöscht und neu angelegt werden.
Produkttexte
Herstellertexte stehen wortgleich bei allen Händlern. Für die Unterscheidung nützen sie nichts, und sie beantworten die Fragen der eigenen Kundschaft nicht.
Der Aufwand für eigene Texte ist erheblich, weshalb eine Priorisierung sinnvoll ist:
- Eigene Texte für die Artikel, die Umsatz machen oder Umsatz machen sollen, sowie für alles, was erklärungsbedürftig ist
- Angereicherte Herstellerdaten für den Rest: technische Daten übernehmen, aber eine eigene Einordnung ergänzen, etwa für welchen Zweck der Artikel passt
- Bei sehr großen Katalogen die Kategorieseiten stärken statt jeden Artikel
Der letzte Punkt ist die realistische Antwort für Shops mit tausenden Artikeln: Zehn gute Kategorieseiten bringen mehr als zweitausend halb überarbeitete Produkttexte.
Strukturierte Daten
Bei Shops eine der wenigen Stellen, an denen strukturierte Daten unmittelbar nützen: Produktauszeichnung mit Preis, Verfügbarkeit und, sofern echt vorhanden, Bewertungen. Sie können zu einer angereicherten Darstellung in den Ergebnissen führen.
Zwei Bedingungen: Die Angaben müssen mit dem übereinstimmen, was auf der Seite steht, und Bewertungen müssen echt sein. Ausgezeichnete Bewertungen ohne echte Grundlage sind ein Verstoß.
Zusätzlich sinnvoll: Brotkrumen-Auszeichnung, damit die Kategoriehierarchie in den Ergebnissen erscheint.
Technische Punkte, die bei Shops besonders zählen
Ladezeit. Kategorieseiten mit vierzig Produktbildern sind der klassische Fall für schlechte Werte. Bilder in der richtigen Größe, verzögertes Laden unterhalb des ersten Bildschirms, keine schweren Skripte. Siehe Bilder optimieren.
Interne Verlinkung. Von Kategorie zu Unterkategorie, von Produkt zurück zur Kategorie, zwischen verwandten Produkten. Siehe Interne Verlinkung.
Adressstruktur. Kategorie und Unterkategorie in der Adresse, Produkt ohne Kategoriepfad, damit ein Artikel in mehreren Kategorien keine doppelte Adresse erzeugt. Siehe Seitenstruktur und URLs.
Paginierung. Seitennummerierung sauber verlinken, nicht ausschließlich per Skript nachladen, weil Seite zwei sonst nicht erreichbar ist.