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Test-Tools: die Prüfungen vor jedem Livegang

Welche Prüfwerkzeuge man vor jedem Livegang einsetzt, was jedes davon findet und was nicht, und wie ein Prüfdurchlauf in unter zwei Stunden aussieht.

Zuletzt geprüft: 26.07.2026 Lesezeit ca. 3 Minuten

Ein Prüfdurchlauf vor dem Livegang dauert unter zwei Stunden und findet den größten Teil der Fehler, die sonst wochenlang unbemerkt bleiben. Die Werkzeuge dafür sind kostenlos.

Die vier Kategorien

1. Technik und Auffindbarkeit

Ein Crawler läuft die Website ab und liefert je Seite: Statuscode, Titel, Beschreibung, Überschriften, interne und externe Links, Weiterleitungen, kanonische Angaben.

Findet: tote Links, Weiterleitungsketten, doppelte Titel, fehlende Beschreibungen, verwaiste Seiten, falsche Statuscodes, Seiten mit Indexierungssperre.

Die Search Console zeigt, was Suchmaschinen tatsächlich sehen: Indexierungsstatus je Seite mit Begründung, Fehler in strukturierten Daten, Ladezeit-Felddaten, Sicherheitswarnungen.

Manuelle Prüfungen: die vier Adressvarianten, die Fehlerseite mit Code 404, die robots.txt, die Sitemap. Details in Technisches SEO.

2. Ladezeit

Ein Ladezeittest mit Felddaten liefert Labor- und Felddaten zusammen und schlüsselt die Ursachen auf. Wichtig: mobil messen, mehrmals, und die Felddaten höher gewichten als den Labortest.

Die Netzwerkangaben der Entwicklerwerkzeuge zeigen im Wasserfalldiagramm, welche Datei wann geladen wird und was worauf wartet. Hier findet man die konkrete Ursache. Details in Ladezeit messen.

3. Barrierefreiheit

Ein Prüfwerkzeug als Browser-Erweiterung findet fehlende Alternativtexte, fehlende Formularbeschriftungen, Kontrastprobleme bei einfarbigen Hintergründen, Strukturfehler und doppelte Kennungen. Es findet etwa ein Drittel der tatsächlichen Verstöße.

Der Tastaturtest ist die Prüfung mit dem besten Verhältnis von Aufwand und Ertrag. Maus weglegen, durchtabben. Er findet Fokusprobleme, unbedienbare Menüs, Fokusfallen und unsichtbare fokussierbare Elemente.

Ein Screenreader, auf beiden gängigen Systemen eingebaut. Findet unsinnige Vorlesereihenfolgen, nichtsagende Alternativtexte und fehlende Ankündigungen.

Ein Kontrastprüfer für die Stellen, die automatisierte Werkzeuge nicht erfassen: Text auf Bildern, Zustände beim Überfahren und bei Fokus.

Der vollständige Ablauf steht in Barrierefreiheit testen.

4. Darstellung

Die Gerätesimulation im Browser für die Breiten 360, 768, 1024 und 1440 Pixel, dabei die Breite langsam ziehen statt zu springen. Die Zwischenbreiten sind die, in denen Layouts brechen.

Ein echtes Telefon, weil die Simulation Touch-Verhalten, echte Netzgeschwindigkeit, Systemschriftgrößen und das Verhalten von Adressleiste und Bildschirmtastatur nicht abbildet.

Zoom auf 200 Prozent, was gleichzeitig ein Barrierefreiheitskriterium ist.

Querformat, wird selten geprüft und bricht bei Elementen mit voller Bildschirmhöhe regelmäßig.

Was die Werkzeuge nicht finden

Diese Punkte gehören von Hand geprüft, weil kein Werkzeug sie melden kann:

  1. Ein Formular, das eine Erfolgsmeldung zeigt und keine Mail versendet. Der häufigste stille Fehler auf Websites. Nur durch echtes Absenden und Nachsehen im Postfach zu finden
  2. Ein Alternativtext, der da ist, aber nichts aussagt
  3. Eine falsche Telefonnummer
  4. Veraltete Preise oder Öffnungszeiten
  5. Ein Text, der nicht hält, was der Seitentitel versprochen hat
  6. Ein Kontaktweg, der zwar existiert, aber schwer zu finden ist
  7. Ein Ablauf, der technisch funktioniert und unverständlich ist

Punkt 1 verdient eine eigene Erwähnung: Er meldet keinen Fehler, es kommen einfach keine Anfragen mehr. Nach jedem Update, jeder Cache-Aktivierung und jedem Hosterwechsel gehört er getestet.

Ein Prüfdurchlauf in unter zwei Stunden

SchrittDauer
Crawler laufen lassen und Befunde notieren20 Minuten
Adressvarianten, Fehlerseite, robots.txt, Sitemap10 Minuten
Ladezeittest auf drei Seitentypen, mobil15 Minuten
Automatisierter Barrierefreiheitstest20 Minuten
Tastaturtest25 Minuten
Zoom und schmale Darstellung10 Minuten
Formulare mit echtem Versand10 Minuten
Echtes Telefon15 Minuten

Zusammen etwa 125 Minuten für eine kleine Website. Bei größeren Beständen skaliert nur der Crawler-Teil, weil man Seitentypen prüft und nicht jede Seite.

Die Befunde gehören in eine Liste mit Seite, Element, Befund und Priorität. Was davon vor dem Livegang behoben sein muss, steht in der Launch-Checkliste.

Laufende Überwachung

Für geschäftskritische Seiten lohnt darüber hinaus eine Überwachung der Erreichbarkeit, die bei einem Ausfall benachrichtigt, sowie eine Überwachung des Zertifikatsablaufs. Beides gibt es in brauchbarer Qualität kostenlos.

Alles Weitere, also laufende Positionsverfolgung und Wettbewerbsbeobachtung, ist keine Prüfung mehr, sondern Marktbeobachtung. Siehe SEO-Tools.

Häufige Fragen

Reicht ein Werkzeug, das alles prüft?

Nein. Werkzeuge, die eine Gesamtnote ausgeben, mischen Kategorien und priorisieren nicht. Vier spezialisierte Prüfungen liefern verwertbare Befunde: Technik, Ladezeit, Barrierefreiheit, Darstellung auf echten Geräten.

Braucht man kostenpflichtige Testwerkzeuge?

Für den Prüfdurchlauf vor einem Livegang nicht. Alle nötigen Prüfungen sind mit kostenlosen Werkzeugen und den Entwicklerwerkzeugen des Browsers machbar. Kostenpflichtig lohnt erst laufende Überwachung bei geschäftskritischen Seiten.

Wie oft sollte man testen?

Vor jedem Livegang vollständig, nach jedem größeren Update in Kurzform, und mindestens halbjährlich vollständig. Jedes Plugin und jede eingebettete Fremdkomponente kann Regressionen erzeugen.

Was ist die wichtigste Prüfung ohne Werkzeug?

Die Seite auf einem echten Telefon bei Tageslicht draußen bedienen und ein Formular tatsächlich abschicken. Beides findet Probleme, die kein Werkzeug meldet.

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